Humor muss er haben, der Mann fürs Leben, und seine Angebetete zum Lachen bringen: Diese Binsenweisheit der Singlebörsen hat jetzt der US-amerikanische Forscher Gil Greengross mit einer Studie untermauert – er macht jedoch feine Unterschiede: "Humor ist bekanntermaßen für Frauen sexuell attraktiv, aber wir haben herausgefunden, dass Selbstironie dabei die attraktivste Art von Humor ist", sagt der Anthroploge..

Während einer zweijährigen Untersuchung an der Universität von New Mexico hat Gil Greengross Studentinnen Audio-Aufnahmen von Männern vorgespielt, die von sich selbst erzählten . Zuvor wurden sie in verschiedene "Humorkategorien" eingeordnet – etwa "selbstironisch", "sozial-humorig" oder "witzig auf Kosten anderer", dazu gab es eine humorlose Kontrollgruppe. Anschließend mussten die Damen a ngeben, welche der Herren sie in sexueller Hinsicht am attraktivsten fanden.

Am besten schnitten nach den Angaben von Greengross jene Männer ab, die auf Prahlerei oder Witze auf Kosten anderer verzichteten und sich stattdessen selbst auf die Schippe nahmen: Ihre Selbstironie wird als Zeichen für Intelligenz, Kreativität und Demut gewertet.

Als Paradebeispiel für diesen Männertyp nannte der US-Forscher den britischen Schauspieler Hugh Grant, der in Filmen wie Notting Hill   und Vier Hochzeiten und ein Todesfall erfolgreich den selbstironischen Gentleman mimte – und sich mit Humor und Hundeblick in die Herzen zahlreicher Frauen spielte.

Nun, nicht jeder Mann ist ein Hugh Grant, und genau da liegt das Problem: Für den durchschnittlichen Möchtegern-Casanova kann das Spiel mit der eigenen Schwäche nach hinten losgehen.Denn Selbstironie funktioniert nur, wenn man erkennen kann, dass es Humor ist: "Der Mathe-Professor kann darüber Witze machen, dass er nicht weiß wie viel fünf plus sieben ist", sagt Greengross. Das funktioniert, wenn sein Gegenüber weiß, dass er ein Ass in Mathematik ist.  "Ein Mann mit hohem Status kann durch Selbstironie etwas gewinnen – und dieses Etwas ist sexuelle Attraktivität".

Laut Studie verschlechtern Männer mit niedrigem sozialen Status ihr Image durch Selbstironie eher. Sie werden als Miesmacher eingeschätzt oder ihnen wird mangelndes Selbstbewusstsein unterstellt. Sie sollten sich eher auf eine allgemeine Witzigkeit beschränken, die sichert ihnen bessere Chancen. Aber obwohl Greengross davon ausgeht, dass Frauen genauso lustig sind wie Männer, machen sie weniger Witze. Denn sie geben sich nicht so viel Mühe, Männer zu beieindrucken. Weil Männer weniger wählerisch sind, gehen sie beim Flirten auch mehr Risiken ein - zum Beispiel sich lächerlich statt interessant zu machen.

Selbstironie macht eben auf die eigenen Fehler aufmerksam – und die können Männer mit einem hohen gesellschaftlichen Status besser ausgleichen. Auch die Humorlosen unter ihnen waren überdurchschnittlich attraktiv für die befragten Frauen.Allerdings waren deren Geschichten nach Einschätzung von Greengross zumindest kreativ und interessant. Jedenfalls scheintSelbstironie nur ein leckerer Zuckerguss fürs Prestige zu sein. Alles andere muss auch stimmen.