ZEIT ONLINE : Herr Neu, Sie haben mit zwei anderen Gastronomen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Rauchverbot geklagt und Recht bekommen. Künftig darf in kleinen Kneipen wie der Ihrigen wieder geraucht werden. Stellen Sie jetzt die Aschenbecher sofort wieder raus, wenn sie heimkommen?

Ulrich Neu: Nein. Erst muss ich prüfen, was das Urteil für meine Kneipe bedeutet. Die Richter haben ja Vorbehalte formuliert. Zum Beispiel, dass kein Gast unter 18 sein darf, wenn in der Kneipe geraucht wird. Wenn eine Familie zu mir kommt, habe ich da schon ein Problem. Außerdem habe ich ein paar Speisen im Angebot.

ZEIT ONLINE : Geraucht werden darf aber nur in reinen Trinkkneipen. Also doch kein klarer Sieg?

Neu: Ob es ein klarer Sieg ist, weiß ich nicht. Prinzipiell können wir aber jetzt wieder selbst entscheiden, ob wir eine Raucherkneipe sind oder nicht. Die Umsätze, die ich mit dem Verkauf von Speisen mache, sind ohnehin gering.

ZEIT ONLINE : Was halten denn Ihre Mitarbeiter davon, wenn in Ihrer Kneipe wieder gequalmt wird?

Neu: So viele habe ich ja nicht. Und von den studentischen Aushilfskräften rauchen mehr als 80 Prozent.

ZEIT ONLINE : Und die Nichtraucher unter Ihren Kunden, die sich bislang vielleicht über die gute Luft in ihrer Kneipe gefreut haben?

Neu: Ich glaube nicht, dass die jetzt fernbleiben werden. Die Nichtraucher waren ja auch da, als noch geraucht wurde. Außerdem haben wir eine gute Lüftung. Selbst wenn meine Gäste wieder rauchen, haben wir nicht direkt eine verrauchte Kneipe.