Der Streik bei der Lufthansa geht am heutigen Donnerstag in den vierten Tag. Passagiere müssen sich dabei zunehmend auf gestrichene Flüge und lange Wartezeiten einstellen. Die Lufthansa legte einen Sonderflugplan für die nächsten fünf Tage vor. Damit wurde die Zahl der Flüge im Europaverkehr einschließlich Deutschland um rund zehn Prozent reduziert. Auf der Langstrecke sollen in den nächsten Tagen jeweils 28 Flüge ausfallen.

Mit dem Sonderflugplan will Lufthansa den Fluggästen mehr Planungssicherheit geben. Der Plan ist im Internet unter www.lufthansa.com abrufbar. Zudem gibt es Auskünfte unter der Telefonnummer 0800 - 850 60 70.

Die Gewerkschaft ver.di will unterdessen den Streik fortsetzen, bis die Lufthansa ein deutlich verbessertes Angebot signalisiert. Sie fordert knapp zehn Prozent mehr Geld für rund 50.000 Beschäftigte und begründet dies unter anderem mit den Rekordgewinnen der Lufthansa vergangenes Jahr. Lufthansa hatte zuletzt gestaffelt 6,7 Prozent bei 21 Monaten Laufzeit und eine Einmalzahlung angeboten. Bei einer Kundgebung vor der Lufthansa-Zentrale in Frankfurt sagte ver.di-Verhandlungsführer Erhard Ott, eine Rückkehr an den Verhandlungstisch könne es nur bei einem verbesserten Angebot geben.

Lufthansa-Finanzchef Stephan Gemkow verteidigte das Angebot an ver.di. "Wir sind ganz klar an der Schmerzgrenze." Frühere Rekordgewinne seien angesichts weiter gestiegener Ölpreise und der Abschwächung der Wirtschaftslage kein Argument. Bei einem anhaltend hohen Ölpreis müsse davon ausgegangen werden, dass 2008 das Ergebnis des Vorjahres im Passagierbereich nicht zu erreichen sei.

Am Mittwoch waren insgesamt 82 Flüge ausgefallen, das entspricht rund vier Prozent des weltweiten Lufthansa-Angebots. Darunter waren 70 Kurzstreckenflüge und - erstmals auch - 12 Langstreckenflüge. Durch den Streik konnten sechs Maschinen nach Amerika, Indien und Dubai nicht abheben, auch die Rückflüge mussten gestrichen werden. Die Passagiere wurden überwiegend auf andere Maschinen oder auch auf die Bahn umgebucht.

Besondere Aktionenen plant ver.di für diesen Donnerstag nicht. Diese seien nicht notwendig, weil die Auswirkungen des Streiks sich automatisch steigerten, hieß es. Die Gewerkschaft bestreikt unter anderem die Wartung von Flugzeugen, so dass die Lufthansa Maschinen außer Betrieb stellen musste.

Finanziell getroffen wird Lufthansa laut ver.di auch durch Streiks im Frachtbereich. Der Umschlag bei Lufthansa Cargo am Drehkreuz in Frankfurt sei "völlig zum Erliegen gekommen", sagte Verdi-Sprecher Harald Reutter. Auch die Werft in Hamburg sei "komplett dicht". Ein Unternehmenssprecher der Werft räumte zwar Produktionsbehinderungen ein. In den Hallen werde aber weiter gearbeitet. "Wir können von Hamburg aus noch alle Kunden bedienen", hieß es. Auch Lufthansa Cargo wies die Darstellung zurück: Die Frachtflugzeuge seien planmäßig im Einsatz, auch der Umschlag funktioniere. Man habe auch externe Firmen und Mitarbeiter aus dem Ausland im Einsatz.