Leider können Anleger daraus keine einfachen Konsequenzen ziehen. Es hilft nicht, nur noch kleine Fonds ins Depot aufzunehmen. Ein Fonds hat auch laufende Kosten, muss Prospekte, Wirtschaftsprüfer, Anwälte, Aktientransfers finanzieren. Stecken in ihm nur ein paar Millionen Euro an Kapital, machen diese Kosten überdurchschnittlich viel Rendite kaputt.

Die optimale Fondsgröße lässt sich kaum in absoluten Zahlen festlegen. Sie hängt davon ab, wo und wie der Manager investiert. Versucht er, mit möglichst kleinen, unbekannten Aktien (Small-Caps) eine Überrendite zu erzielen? Dann sollte das Volumen seines Portfolios tendenziell kleiner sein als das eines Fonds, der auf Aktien mittlerer oder großer Unternehmen (Mid- oder Large-Caps) setzt. Auch verkraftet ein weltweit investierender Fonds natürlich mehr Finanzmittel als ein Nischenfonds, der auf ein kleines Land beschränkt ist. Als Faustregel gilt: Je größer das Anlageuniversum eines Fonds, desto größer kann auch sein Volumen sein.

Nicht wenige Investmenthäuser schließen ihre Fonds, wenn sie zu unbeweglich werden – allerdings längst nicht alle und nicht immer mit der nötigen Konsequenz. Denn das ist nur sinnvoll, wenn nicht gleich ein zweiter Fonds mit demselben Anlageschwerpunkt nachgeschoben wird, womöglich noch vom selben Manager verwaltet. Das nicht zu tun, fällt den Gesellschaften aber schwer, denn es kostet sie Einnahmen. Eine solch selbstlose Renditeoptimierung zum Wohle des Kunden ist in der Branche nicht an der Tagesordnung.

Für Anleger heißt es deshalb, beim Fondskauf auch ein Auge auf das Volumen zu werfen. Selbst bisher sehr ertragreiche Fonds können Opfer ihres Erfolgs werden, wenn ihre gute Performance zu viele Anleger anlockt. Wer überdurchschnittliche Renditen sucht, sollte sich nicht von schierer Größe beeindrucken lassen.

Stefan Mauer ist freier Wirtschafts- und Finanzjournalist in Köln.