Nach Angaben der Behörden konnten Feuerwehrleute in der Nacht zum Mittwoch lediglich zehn Prozent der Brände eindämmen. Bislang haben die Flammen schon 25 Wohnhäuser, zwei Dutzend kleinere Hütten und eine Fläche von mehr als 120 Quadratkilometern vernichtet.

Augenzeugen berichten von dichten Rauchschwaden, die über dem Nationalpark hängen. "Ich sehe nur eine Menge Rauch", sagte der Parkranger Scott Gediman dem US-Sender CNN. "Seit letzter Nacht regnet es weiße Asche." Der Yosemite-Nationalpark liegt in Kalifornien, 300 Kilometer östlich von San Francisco. 1984 hatte die Unesco den Park zum Weltnaturerbe erklärt.

Nun bedrohen die tagelangen Brände auch die umliegenden Ortschaften. Rund 1000 Menschen saßen am Dienstagabend auf gepackten Koffern. Weitere Evakuierungen sollen folgen. 300 Häuser sind schon geräumt, 4000 liegen in der Gefahrenzone.

Das von der Feuersbrunst nur 25 Kilometer entfernte Yosemite-Tal, das für seine massiven Granitfelsen bekannt ist, war trotz Flammen und Rauchs für Besucher geöffnet. Eine der drei Zufahrtsstraßen ist aber seit Montag für den Verkehr gesperrt. Hotels in dem Park mussten am Wochenende auf eine Notstromversorgung umschalten und ihre Gäste mit Taschenlampen ausstatten. Die Behörden hatten die Stromversorgung unterbrochen, damit Feuerwehrleute in der Nähe der Leitungen keinen elektrischen Schlag bekommen.

Die Löscharbeiten in dem hügeligen, nur schwer zugänglichen Gelände sind durch die Hitze und extreme Trockenheit schwierig. "Die Flammen breiteten sich schnell aus, denn es gibt so viel brennbares Unterholz und die Temperaturen sind hoch", sagte Sara Gibson von der kalifornischen Forstbehörde.

Die Waldbrände waren nach bisherigen Erkenntnissen am Freitag von Schießübungen ausgelöst worden. Die Schützen, die von der Polizei befragt wurden, kommen möglicherweise um eine Anklage herum. "Es war keine absichtliche Tat", sagte Sue Exline von der Bundesforstbehörde. Es sei nichts ungewöhnliches, dass Schützen kurz vor Beginn der Jagdsaison im August in diesem Gebiet mit Gewehren üben.