Dem Medienkonzern aus Gütersloh gehörten bisher 50 Prozent am zweitgrößten Musikkonzern der Welt, der SonyBMG. Diesen Anteil verkauft Bertelsmann nun nach wochenlangen Verhandlungen an den Partner Sony. Das Unternehmen mit Sitz in New York werde künftig unter dem Firmennamen Sony Music Entertainment Inc. firmieren, gaben beide Unternehmen heute bekannt.
 
SonyBMG hat Künstler wie Bruce Springsteen, Alicia Keys und Britney Spears unter Vertrag. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,9 Milliarden Dollar gemacht. Die operative Rendite lag bei 9,4 Prozent. Doch die Krise des traditionellen Musikgeschäfts lässt die Umsätze von SonyBMG seit Jahren schrumpfen. Auch in den ersten Quartalen dieses Jahres ging es weiter bergab.
 
Vor gut einem halben Jahr hatte der Chef des Medienkonzerns Bertelsmann, Hartmut Ostrowski, über die wachstumsschwachen Geschäfte im eigenen Unternehmen gesagt: "In den meisten Fällen kann man ein Lamm nicht in einen Löwen verwandeln", und hinzugefügt, wenn dem so sei, müsse man "harte Entscheidungen fällen". Im Konzern war allen klar: Ostrowski meinte das Musikgeschäft. Nun hat er seine Ankündigung wahr gemacht.

Die Musikbranche unterliegt seit langer Zeit einem Strukturwandel. Der Verkauf von CDs und DVDs verliert stetig massiv an Marktanteilen. Die Einbußen werden durch den zunehmenden Verkauf von Musik über das Internet sowie durch alternative Geschäftsmodelle nur zum Teil aufgefangen. Bertelsmann hatte sich unter anderem deshalb vor zwei Jahren vom Musikverlag BMG Music Publishing getrennt.