Der 4. August wird als Ende der Ära van der Vaart in die Geschichte des Hamburger SV eingehen. Der niederländische Nationalspieler wird bei Real Madrid einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschreiben und drei bis vier Millionen Euro pro Jahr verdienen. Für den Sohn einer spanischen Mutter wird ein Traum wahr: "Wie jeder weiß, wollte ich immer nach Spanien. Ich habe ein starkes Band zu diesem Land", frohlockte er.

Den ersten Akt des Wechselschauspiels führten Verein und Spielmacher bereits im vergangenen Jahr auf. 2007 hatte der Niederländer die Klubführung gegen sich aufgebracht, weil er vehement einen Wechsel zum FC Valencia forderte. Er posierte in einem Valencia-Trikot und drückte sich vor einem Uefa-Cup-Qualifikationsspiel mit der Begründung, er habe sich eine Rückenverletzung zugezogen, als er seinen einjährigen Sohn auf den Arm nahm. Der HSV ließ sich nicht auf den Arm nehmen, lehnte alle Offerten ab und brummte dem Mittelfeldstar für die Fotos ein Bußgeld von 40.000 Euro auf.

Nach dieser Erfahrung hielt sich van der Vaart in diesem Jahr mit Äußerungen zu Wechselabsichten zurück. Für Angebote von renommierten Vereinen war er zwar offen. In Interviews betonte er aber immer brav, dass er sich vorstellen könne, in Hamburg zu bleiben. Das Verhältnis zum Management war ebenfalls repariert. "Im Gegensatz zum Vorjahr gibt es jetzt die Abstimmung, dass wir ihm keine Steine in den Weg legen würden, wenn ein absoluter Top-Klub ein entsprechendes Angebot unterbreiten würde", sagte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer.

Am 10. Juli eröffnete die spanische Zeitung Marca den Spekulationsmarathon zum Wechsel des Holländers zu Real Madrid. Es folgten ein schnelles Dementi (11. Juli, dpa) und Treuebekundungen van der Vaarts (20. Juli, Welt am Sonntag). Ein erstes Angebot von Real über sechs Millionen Euro lehnten die Hamburger als "indiskutabel" ab (24. Juli, dpa). Bild vermutete, dass die "Schmerzgrenze" des HSV bei 13 Millionen Euro Ablöse liegen dürfte (26. Juli).

Die Spanier sorgten ihrerseits fleißig für Verwirrung. Real-Trainer Bernd Schuster forderte lautstark die Verpflichtung des Niederländers: "Bringt mir van der Vaart", soll er den Verhandlungsführern aufgetragen haben (27. Juli, dpa). Reals Präsident bügelte die Forderung öffentlich ab: "Entweder es kommt Cristiano Ronaldo, oder es kommt niemand", sagte Ramon Calderon der Marca (29. Juli).