Der Autozulieferer Continental hat das Übernahmeangebot der Schaeffler-Gruppe erneut abgelehnt, ist aber kurzfristig zu weiteren Verhandlungen bereit. Dabei gebe es keine Vorbedingung, sagte Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung in Hannover.

Es sei das Ziel von Conti, möglichst schnell zu einer Lösung im Sinne des Unternehmens zu kommen. Wennemer bezeichnete das Angebot von Schaeffler über 70,12 Euro pro Aktie als  aus finanzieller Sicht nicht angemessen. Über eine andere Offerte sei nicht gesprochen worden. Auch der Vize-Aufsichtsratschef Contis, Werner Bischoff von der Gewerkschaft IG BCE, nannte das Angebot nicht ausreichend.

Der Vorstand prüfe mit Unterstützung des Aufsichtsrats weiterhin alle Handlungsoptionen, sagte Wennemer. Einzelheiten nannte er nicht. Bischoff sagte, die Arbeitnehmervertreter hätten ein Interesse daran, dass es bei den Verhandlungen zu einem akzeptablen Ergebnis komme. Der Gewerkschafter erklärte, es sei "nicht zuletzt aus unternehmensstrategischen Gründen nicht angemessen, eine reine Abwehrpolitik zu verfolgen". Wichtig sei bei einem Engagement Schaefflers bei Conti nicht so sehr die "Höhe einer Beteiligung", sondern deren "Bedingungen und Modalitäten". Bischoff begrüßte ausdrücklich Ankündigungen der Schaeffler-Gruppe zu Standortsicherung, Arbeitsplätzen, Mitbestimmung und Einhaltung von Tarifverträgen.

Medienberichten zufolge ist Schaeffler mittlerweile bereit, 75 Euro je Conti-Aktie zu bieten. Continental-Chef Manfred Wennemer habe den Aufsichtsrat bereits vor der laufenden Aufsichtsratssitzung über die erhöhte Offerte informiert, hieß es. Schaeffler-Geschäftsführer Jürgen Geißinger habe dem Conti-Aufsichtsrat die Bereitschaft zur Aufstockung schriftlich bestätigt.

Bislang bietet Schaeffler 70,12 Euro je Conti-Papier. Eine Erhöhung um knapp fünf Euro würde Conti rund 800 Millionen Euro höher bewerten, insgesamt mit rund zwölf Milliarden Euro. Schaeffler wollte zu dem Zeitungsbericht keine Stellung nehmen. Die Conti-Aktie legte stark zu, blieb aber mit 73 Euro unter dem angeblichen höheren Gebot.