Die Versorgung Deutschlands mit Strom ist sicher und wird es mindestens bis zum Jahr 2015 bleiben. Kaum etwas spricht dafür, dass sich das in den folgenden Jahren ändern könnte. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie, die das Bundeswirtschaftsministerium heute vorstellte.

Eine beruhigende Botschaft. Dennoch nimmt Wirtschaftsminister Glos das Papier zum Anlass, heftig für die Kernkraft zu werben und nebenbei auch den Kohlestrom ein wenig zu promoten: "Ich plädiere mit Nachdruck dafür, noch einmal darüber nachzudenken, ob wir uns den Luxus eines vorzeitigen Kernkraftausstiegs leisten können. Wir riskieren Versorgungssicherheitsprobleme, setzen die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie wegen hoher Strompreise aufs Spiel und erschweren unnötig unsere ehrgeizigen Bemühungen beim Klimaschutz", lässt er seine Pressesprecher mitteilen. Auch könne es die Sicherheit der deutschen Stromversorgung beeinträchtigen, wenn geplante Kohlekraftwerke nicht genehmigt würden, obwohl sie alle gesetzlich festgelegten Umweltanforderungen erfüllten.

Die von Glos beauftragten Forscher – Experten der Universität zu Köln, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen und des mit der RWTH verbundenen Beratungsunternehmens Consentec – machen sich indes keine Sorgen um die deutsche Energiesicherheit. "Kurz- und mittelfristig kann davon ausgegangen werden, dass die Versorgung mit Elektrizität stets im erforderlichen Umfang gesichert werden kann", schreibt selbst das Ministerium in seiner Zusammenfassung ihrer Ergebnisse.

Die Bestandsaufnahme der Energiewissenschaftler besagt, dass die Kraftwerke über ausreichend Kapazität verfügen und dass vor allem der Ausbau alternativer Energien ihre Leistungsfähigkeit in den vergangenen Jahren stetig erhöht hat. Ein Kapazitätsengpass ist nicht zu befürchten, schreiben sie ausdrücklich. Alles kein Grund zur Beunruhigung also.