Der Preisauftrieb beschleunigte sich auf 9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Dies ist die höchste Jahresteuerungsrate seit November 1981 (plus 10,0 Prozent).

Da die Großhandelspreise über den Handel häufig an die Verbraucher weitergegeben werden, gelten sie als Indikator für die Entwicklung der Inflation. Diese aber verharrt seit Monaten auf hohem Niveau: In Deutschland ließen teures Öl, Benzin und Lebensmittel die jährliche Teuerungsrate im Juni und Juli auf 3,3 Prozent schnellen, den höchsten Stand seit 15 Jahren. Im Euro-Raum kletterte die Teuerung im Juli auf den Rekordwert von 4,1 Prozent.

Die Teuerung entzieht den Verbrauchern Kaufkraft und bremst den Konsum. Das schwächt das Wachstum der Wirtschaft.

Den Anstieg der Großhandelspreise erklärten die Statistiker vor allem mit rasanten Preissteigerungen bei Energie und Brennstoffen, die sich auf Jahressicht um 30,8 Prozent verteuerten. Erze, Eisen und Stahl wurden binnen Jahresfrist um 15,7 Prozent teurer, Getreide, Saaten und Futtermittel um 18,2 Prozent. Bei Obst, Gemüse und Kartoffeln gab es Preissteigerungen um 13,3 Prozent. Mehr zahlen als vor einem Jahr mussten Verbraucher auch für Milch, Milcherzeugnisse und Eier (13,2 Prozent).

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Großhandelspreise im Juli 2008 um 1,4 Prozent. Die Jahresteuerungsrate hatte im Juni bei 8,9 Prozent gelegen, im Mai bei 8,1 Prozent.