ZEIT ONLINE: Wir erreichen Sie im Trainingslager in Korea, erst am Freitag stoßen Sie ins olympische Dorf in Peking. Sind Sie enttäuscht, dass Sie nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen konnten?

Jan Frodeno: Unsere amerikanischen Konkurrenten waren bei der Eröffnung, bevor sie hier angereist sind - da kam schon für einen kurzen Moment ein wenig Neid auf. Die Show war absolut gigantisch. Ich habe bis in die späte Nacht vor dem Fernseher gesessen und das Spektakel gesehen, also auch das Anzünden der riesen Fackel quasi live miterlebt. Das waren schon Gänsehautmomente.

ZEIT ONLINE: Bekommt Ihre Triathlon-Mannschaft im koreanischen Trainingslager von den ersten Wettkämpfen überhaupt etwas mit?

Frodeno: In Korea ist es schwierig, die Spiele richtig mitzuverfolgen. Einerseits merkt man hier, wie sehr einem der deutsche oder englische Kommentar fehlt, der einem zu Hause oft so nervig vorkommt, andererseits werden hier gekonnt sämtliche Wettkämpfe ohne koreanische Beteiligung ignoriert. Da bleibt nur der Live-Ticker oder die Nachberichterstattung. Das ist natürlich nicht dasselbe.

ZEIT ONLINE: In einer Woche startet dann endlich Ihr Wettbewerb: Läuft alles nach Plan?

Frodeno: Langsam wird’s spannend, und man muss vorsichtig sein, dass man seinen Körper bei der Hitze richtig einschätzt, was nicht ganz leicht ist. Heute schiebe ich jedenfalls einen Ruhetag ein, bekanntlich liegt ja in der Ruhe auch die Kraft. Freitag werden wir nach Peking reisen und noch ein paar letzte, kurze und schnelle Reize auf der Strecke setzen. Aber grundsätzlich bin ich auf jeden Fall stärker denn je und freue mich, wenn ich am Dienstag dann endlich mal die "Pferdchen" auf der Strecke loslassen darf.

Die Fragen stellte: Michael Schlieben.

Täglich beantworten hier Heike Henkel, Marc Huster und Jan Frodeno aktuelle Fragen zu den Olympischen Spielen