Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) wirbt für die Kohle. Um auch künftig eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten, müssten angesichts des Atomausstiegs in Deutschland künftig zahlreiche konventionelle Kraftwerke gebaut werden, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht seines Ministeriums. Es gebe aber keinen Grund, sich Sorgen um mögliche Strom-Engpässe zu machen.

Das Bundeswirtschaftsministerium ist verpflichtet, alle zwei Jahre einen Monitoring-Bericht zur Strom-Versorgungssicherheit zu veröffentlichen. Grundsätzlich gebe es erhebliche Investitionsprojekte, sodass keine Engpässe zu erwarten seien, schreiben die Autoren der aktuellen Studie. Allerdings müssten diese Pläne auch rechtzeitig realisiert und nicht durch "Akzeptanzprobleme" an den Standorten blockiert werden. 

Im Falle einer Blockade schließen die Gutachter laut Ministerium Versorgungsengpässe nicht aus. Auf jeden Fall führten Verzögerungen zu höheren Strompreisen. Glos sagte dazu: "Es wäre unverantwortlich, Kohlekraftwerksprojekten, die alle Umweltanforderungen erfüllen, mit Blick auf die CO2-Emissionen die Genehmigung zu verweigern."

Vor diesem Hintergrund werde deutlich, dass eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken die Gefahr von Versorgungsengpässen "bis 2020 praktisch ausschließt", argumentierte das Ministerium erneut. Erst in der vergangenen Woche hatte eine von Glos eingesetzte Arbeitsgruppe für eine Verlängerung der Restlaufzeiten geworben. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte den Vorstoß empört zurückgewiesen.