Mit zunehmendem Alter empfinde er zunehmend Respekt vor der Gründergeneration der Bundesrepublik, die den zweiten Weltkrieg miterlebt hat, sagte Fischer der ZEIT . "Auf der Leistung dieser Generation stehen wir alle".

Es sei ein Fehler der 68er-Generation gewesen, nicht mehr zuzuhören, allerdings habe es dafür auch Gründe gegeben: "Wir haben von den Älteren immer nur gehört, was für tolle Hechte sie waren, was für tolle Kämpfer, wie toll der Wiederaufbau war. Wir haben nie gehört, wie beschissen es ihnen ging, wirklich nie. Und auch nicht die Wahrheit über das Ausmaß der Verbrechen Deutschlands." Das, sagt der heute 60-Jährige, habe zur Konfrontation führen müssen.

Er selbst sei immer noch ein Linker, "und ich kann Ihnen auch sagen, wie ich links definiere: Die Überzeugung, an einem egalitären Gesellschaftsbild festzuhalten".

Kritik an veränderten Positionen berühre ihn nicht. "Ich gehöre auch heute nicht zu denen, die den Krieg als Mittel der Politik sehen, überhaupt nicht. Aber heute sehe ich eben auch, was wir mit dem europäischen Sicherheitsisolationismus für einen Preis bezahlen."

Diese Haltung, sagt der ehemalige Außenminister, mache autonome Entscheidungen unmöglich. "Das sehe ich heute anders als mit 18 oder 25 und auch noch mit 35. Aber es ist dennoch derselbe Kopf geblieben, der das denkt."

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