Die Verhandlungen sollen nach einem SPD-Landesparteitag dann Mitte September oder Anfang Oktober beginnen.Nach einem Bericht des Spiegel könnte Ypsilanti im November einen neuen Versuch unternehmen, sich zur hessischen Regierungschefin und damit zur Nachfolgerin des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) wählen zu lassen.

Ypsilanti verfolgt ihren zweiten Anlauf für eine Regierungsübernahme trotz andauernder Kritik aus der Bundespartei. Ihr erster Versuch, sich zur neuen Ministerpräsidentin wählen zu lassen, war vor einem halben Jahr am Widerstand aus den eigenen Reihen gescheitert. Kochs CDU regiert seit der Landtagswahl im Januar in Hessen ohne eigene Mehrheit.

Unterstützung erhielt Ypsilanti vom niedersächsischen SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner. "Koalitionen auf Landesebene sind pragmatische Konsequenzen aus Wahlergebnissen, sie präjudizieren nichts für die Bundesebene. Dies gilt besonders jetzt, wo wir in Deutschland ein Fünf-Parteien-System haben", sagte. Das Denken in Bündnissen, ob nun schwarz-gelb oder rot-grün, sei passé.

Die Chancen und Risiken von Ypsilantis Vorgehen sollen nach Worten von SPD-Chef Kurt Beck nicht mit der Parteispitze abgestimmt werden. Die Entscheidung liegt bei der Landesvorsitzenden, sagte Beck bei einer Reise durch Brandenburg. "Das ist zunächst erstmal eine Entscheidung der hessischen Freundinnen und Freunde. Wir sind bereit, beratend und mit Überlegungen zur Seite zu stehen. Alles andere, was an öffentlichen Ratschlägen gegeben wird, ist nicht ganz hilfreich", so Beck in Teltow.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident ging auch kurz auf die Nominierung des ehemaligen SPD-Chefs Oskar Lafontaine zum Spitzenkandidaten der Linken im Saarland ein. "Derjenige, der seine Verantwortung hingeschmissen hat, und wieder das werden will, was er schon einmal war, der wird uns nicht so sehr aufregen", sagte Beck. "Irgendwann werden die Leute fragen, was ist da an Substanz. Außer Polemik kann ich nicht viel erkennen."