Die deutsche Wirtschaft tritt einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge in den Sommermonaten praktisch auf der Stelle. Im laufenden dritten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung zum Vorquartal lediglich um 0,1 Prozent steigen, heißt es im jüngsten DIW-Konjunkturbarometer, das am Montag in Berlin veröffentlicht wurde.

"Es wäre aber völlig abwegig, von einer Rezession zu sprechen", sagte DIW-Konjunkturexperte Stefan Kooths laut Mitteilung. Im zweiten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum ersten Mal seit knapp vier Jahren geschrumpft und im Vergleich zum ersten Vierteljahr 2008 real um 0,5 Prozent zurückgegangen.

Nach Auskunft des DIW bewahren im dritten Vierteljahr nur die Dienstleistungssektoren die Volkswirtschaft vor einem nochmaligen Minus. Das DIW schätzt die weitere Entwicklung deutlich günstiger ein, als es die schwachen Wachstumswerte für das zweite und dritte Quartal zum Ausdruck bringen. Der Rückgang der Wirtschaftsleistung im Frühling müsse vor dem Hintergrund einer ungewöhnlich kräftigen Expansion im ersten Quartal gesehen werden. Auch dürfte sich die Inflation in der zweiten Jahreshälfte deutlich abschwächen, wodurch die Kaufkraft der privaten Haushalte gestärkt werde und die Binnennachfrage bei hohem Beschäftigungsstand neue Impulse erhalte, so das DIW.