Wegbrechende Umsätze, Umbau, Kündigungen - aus dem Hause Telekom kommen keine guten Nachrichten. Jetzt nimmt sich die Konzernführung die Call-Center mit ihren 18.000 Beschäftigten vor und zieht damit erneut massive Kritik auf sich. Die Telekom will die Sparte umstrukturieren und plant dazu die Zusammenlegung von Standorten.

Bundesweit betreibt der Bonner Konzern in rund 60 Städten Call-Center, über die die Betreuung der Kunden gewährleistet werden soll. Das Unternehmen ließ offen, welche Standort betroffen sind. Betrieben werden sollen laut einem Focus-Bericht nur noch Call-Center mit einer Größe von 400 bis 900 Mitarbeitern. In Konzernkreisen hieß es, dass die Telekom trotz der Einschnitte "in der Fläche vertreten bleiben" wolle. Befürchtungen, wonach etwa alle fünf Standorte in Rheinland-Pfalz geschlossen werden könnten, seien daher unbegründet.

Ein Telekom-Sprecher betonte, dass jedem betroffenen Mitarbeiter ein neuer Arbeitsplatz angeboten werde. Zudem bestehe ein Kündigungsschutz bis 2012.

Gewerkschafter befürchten, dass bei der Schließung von Standorten weitere Arbeitsplätze gestrichen werden könnten. Das Unternehmen hält den Umbau der Sparte mit für unvermeidlich, um die Kosten auf dem Heimatmarkt in den Griff zu bekommen. Erhöht wird der Handlungsdruck auf den Vorstand um Telekom-Chef René Obermann dadurch, dass die Wachstumsmaschine T-Mobile USA wegen des schwachen US-Dollars an Schwung verloren hat.

Zwar weist die US-Mobilfunktochter noch hohe Zuwächse aus - allerdings werden diese durch den starken Euro aufgezehrt. "Dem Unternehmen geht damit die Wachstumsfantasie verloren", sagt ein Experte. Neuer Treiber soll nun das Geschäft in Osteuropa werden, das Obermann mit dem Einstieg bei der griechischen OTE stärkte. Schwachpunkt bleibt der Heimatmarkt, auf dem die Umsatzkurven aller drei Konzernsparten - Festnetz, Handy, Geschäftskunden - nach unten zeigen. Kurzfristig ist keine Besserung in Sicht. Obermanns Hoffnungen ruhen daher auf dem Jahr 2010 - bis dahin soll die Festnetzsparte T-Home ihre Erlöse stabilisieren und T-Systems wieder eine ordentliche Marge ausweisen.

Möglich werden soll dies durch strikte Einsparungen, zu denen auch der Umbau der Call-Center gehört. Dieser reiht sich in eine lange Liste für die Mitarbeiter schmerzhafter Einschnitte. So streicht das Unternehmen Jahr für Jahr rund 10.000 Arbeitsplätze - über 120.000 seit dem Börsengang 1996. Ein Ende ist nicht absehbar, wie Äußerungen von Personalvorstand Thomas Sattelberger zeigen.