Die Bundesagentur für Arbeit (BA) sucht derzeit bis zu 10 000 Arbeitskräfte, die als Pflegeassistenten zur zusätzlichen Betreuung von Demenzkranken in Pflegeheimen eingesetzt werden sollen. Sprecher der BA und des Bundesgesundheitsministeriums bestätigten am Samstag einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). Es sollten auch geeignete Langzeitarbeitslose eingesetzt werden, sagte der BA-Sprecher. Die zusätzlichen Betreuungsstellen werden durch die seit dem 1. Juli geltende Reform der Pflegeversicherung möglich.

Die Pflegeassistenten sollen keine regulären Pflegekräfte ersetzen, sondern nach Angaben beider Sprecher den Kranken das Leben im Alltag erleichtern - etwa durch Vorlesen, Zuhören oder das Abnehmen von Besorgungen. Laut BA sollen für Fortbildungen solche Bewerber ausgewählt werden, die bereits Erfahrungen mit Pflege haben. Unter den gemeldeten Arbeitslosen seien etwa 30 000 mit entsprechender Qualifikation. Als langzeitarbeitslos gilt jeder, der mehr als zwölf Monate ohne Job ist.

Laut SZ trifft die Suche nach Pflegeassistenten auf Kritik. "Man kann nicht jeden in so einen Beruf schicken", sagte der als Pflegeexperte bekannte Buchautor Claus Fussek aus München der Zeitung. Vergleichbare Lehrgänge in der Vergangenheit hätten 900 Stunden Schulung vorgesehen, kritisierte ein Sprecher der Deutschen Alzheimergesellschaft in der Zeitung.

Die Pflegeassistenten sollen eine Fortbildung von 160 Stunden bekommen und Praktika machen, bestätigte der Sprecher des Gesundheitsministeriums. Dies sehe der Entwurf einer Übergangs- Richtlinie vor, die der Spitzenverband der Pflegekassen bis Ende August vorlegen solle. Mit dieser Richtlinie solle das seit 1. Juli geltende Gesetz möglichst schnell umgesetzt werden.

Unionsfraktionschef Volker Kauder verteidigte das Vorhaben, auch Langzeitarbeitslose für diese Tätigkeit einzusetzen. "Wenn die Menschen für diese Aufgabe qualifiziert sind, ist das in Ordnung", sagte Kauder der "Bild am Sonntag".

Der BA-Sprecher betonte, die Bundesagentur werde darauf achten, dass nur Arbeitslose für entsprechende Fortbildungen ausgewählt werden, die geeignet seien und "einen pflegenden Aspekt in ihrem Lebenslauf haben". Auch müssten die dafür infrage kommenden Jobsucher eine gewisse Neigung zu einer solchen Arbeit haben und mit Pflegebedürftigen umgehen können. Wie viele interessierte Arbeitslose sich bereits bei den Arbeitsagenturen oder Jobcentern gemeldet haben, konnte er nicht sagen.