ZEIT ONLINE : Herr Meyer, Sie besitzen die größte Sammlung von Videospielkonsolen auf der Welt. Hat der normale Computer als Spielestation ausgedient?

René Meyer : In Großbritannien und Frankreich haben Konsolen schon einen höheren Marktanteil. In Japan ist es eher unüblich, PCs zu Hause stehen zu haben. Der Computer hat aber nicht ausgedient. In den letzten Jahren haben neue Genres an Bedeutung gewonnen: die Online-Rollenspiele und Browser-Games, die zurzeit praktisch nur auf dem PC möglich sind.

ZEIT ONLINE : Rollenspiel-Fans hoffen, auf der Games Convention die neue World-of-Warcraft - Erweiterung zu sehen. Welche anderen neuen Spiele wird es geben?

Meyer : Die Highlights gleichen sich leider von Jahr zu Jahr. Electronic Arts (EA) wird ein neues FIFA und vermutlich ein neues Need for Speed mitbringen. Eidos kommt mit Tomb Raider und Ubisoft stellt den zweiten Teil von Far Cry vor. Es gibt zwar sehr viele Independent-Spiele, die spannend sind, aber keinen Erfolg haben, weil der Markt so groß geworden ist. Die Leute brauchen Anhaltspunkte, an denen sie sich orientieren können, genauso wie bei Hollywood-Filmen, wo man mit dem Regisseur wirbt oder dem Hauptdarsteller. Allerdings könnte Spore interessant sein, ein Titel von der EA-Tochter Maxis.

ZEIT ONLINE : In dem Spiel soll man eigene Lebewesen vom Einzeller bis zur Hightech-Zivilisation entwickeln. Dahinter steht Will Wright, der Entwickler der Sims-Reihe.