Armin Hary gewann 1960 in Rom die Goldmedaille im 100-Meter-Lauf. Seine Zeit von 10,0 Sekunden (gelaufen bei einem Meeting in Zürich) ist die schnellste, die je ein deutscher Sprinter gelaufen ist. Der 71-Jährige lebt in der Nähe von Landshut und betreibt eine Agentur, die Kinder aus sozial schwachen Familien bei ihrer Sportlaufbahn unterstützt.

ZEIT ONLINE: Herr Hary, wie verfolgen Sie die olympischen Spiele? Nehmen Sie sich den Vormittag frei, um die Übertragung zu verfolgen?

Armin Hary: Im Moment reicht es mir, wenn ich die Zusammenfassung sehe. Wenn ich den ganzen Tag alles sehen würde, würde ich mich vielleicht noch mehr ärgern.

ZEIT ONLINE: Worüber ärgern Sie sich?

Hary: Im Medaillenspiegel stehen wir jetzt ganz gut da. Aber in der Leichtathletik steht uns wohl noch Schlimmes bevor. Man kann nicht optimistisch sein, wenn man die Leistungen sieht, mit denen viele zu den Olympischen Spielen reisen. Auf Goldmedaillenkurs sehe ich keinen unserer Sportler. Wir hinken bei den olympischen Kernsportarten Schwimmen und Leichtathletik insgesamt hinterher.

ZEIT ONLINE: Woran liegt das Ihrer Meinung nach?