Tischtennis: Silber für deutsches Team

Das Europameister-Team verlor als Außenseiter das Tischtennis-Traumfinale klar mit 0:3 gegen Weltmeister China und konnte die bereits sichere Silbermedaille nicht veredeln. Zwei Satzgewinne des Weltranglisten-Sechsten Boll im Einzel und mit Christian Süß im Doppel waren am Montag im Hexenkessel des University Gymnasium die magere Ausbeute für die Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). Das reichte nicht, um den frenetisch gefeierten Chinesen die fest eingeplante Goldmedaille zu entreißen. Das Düsseldorfer Trio Timo Boll, Dimtrij Ovtcharov und Christian Süß probierte die komplette Schlagarten-Palette aus: Raffinierte Aufschläge, rasante Topspins und knallharte Schmetterbälle. Doch entweder prallten die Bälle von der "chinesischen Mauer" zurück, oder den Chinesen gelangen noch bessere Schläge. Zudem bildeten 8000 Fans, die noch im Halbfinale mehrheitlich das DTTB-Team angefeuert hatten, eine zweite akustische Wand. Ohrenbetäubender Lärm, rhythmisches Klatschen und der unermüdliche Ruf "jia you" (Gib Gas) peitschte Chinas Vorzeigeathleten immer wieder nach vorn.Gegen die schnelle Rückhand des Weltranglisten-Ersten Wang Hao fand der 19-Jährige Ovtcharov im Auftakteinzel kein Gegenmittel. Die klare Drei-Satz-Niederlage durchkreuzte den Plan von Bundestrainer Richard Prause, die Chinesen von Beginn an unter Druck zu setzen. Im Spitzeneinzel erlitt Europameister Boll mit 1:3 gegen den Weltranglisten-Zweiten Ma Lin die erste Turnierniederlage. Trotz einiger spektakulärer Punkte hatte der 27-jährige Linkshänder am Ende das Nachsehen. Ein Fingerzeig auch für das Einzelturnier, in dem beide Profis im Viertelfinale erneut aufeinandertreffen können. Die Entscheidung fiel im Doppel. Das Europameister-Duo Boll/Süß war beim 1:3 gegen Wang Liqin/Wang Hao letztlich chancenlos.

Handball: Aus für den Weltmeister

Die deutsche Männer-Mannschaft ist bereits in der Vorrunde des olympischen Handball-Turniers gescheitert. Das Team von Bundestrainer Heiner Brand kassierte am Montag in Peking mit dem 21:27 (12:15) gegen Europameister Dänemark die zweite Niederlage im fünften Spiel der Gruppe B und verpasste als Fünfter den Einzug in das Viertelfinale. Damit machten die Männer einen Tag nach dem Aus der Frauen-Auswahl die Pleite für den Deutschen Handball-Bund perfekt. Für ein deutsches Herren-Team war es das schlechteste Olympia-Ergebnis seit dem zehnten Rang 1992. In der Neuauflage des letzten EM-Halbfinals gegen die Dänen war Michael Kraus mit sechs Toren bester deutscher Werfer.

Fußball: Deutsche Damen scheitern

In der zehnten Minute brachte die Weltfußballerin des Jahres, Birgit Prinz, die deutsche Elf nach einer schönen Kombination in Führung. Bis zur Halbzeitpause folgten drei weitere Großchancen der deutschen Elf. Doch dann: Kurz vor dem Abpfiff der ersten Hälfte erzielte Formiga den Ausgleichstreffer. Zur Halbzeit stand es 1:1. Nach der Halbzeit drehten die Brasilianerinnen auf: Marta und Christiane spielten die aufgerückte deutsche Abwehr schwindelig. Schnell fielen das 1:2 und 1:3. In der 76. Minute dann die Vorentscheidung: Christiane traf zum zweiten Mal - 1:4

Deutschland und Brasilien sind alte Rivalinnen im Frauenfußball. Sie standen sich nicht nur im WM-Endspiel 2007, sondern auch im ersten Gruppenspiel bei Olympia gegenüber. Beide Male war Nadine Angerer die entscheidende Figur auf dem Platz und hielt ihren Kasten sauber. Die deutsche Torfrau hat sich inzwischen zum Albtraum für alle Angreiferinnen entwickelt: Bei der Weltmeisterschaft blieb sie in sechs Begegnungen ohne Gegentor und auch im olympischen Turnier war sie in bislang vier Spielen nicht zu bezwingen. Während die Abwehr reibungslos funktionierte, machte der Angriff bislang Sorgen: Ganze drei Treffer glückten der Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid bisher in Peking.