Das Rote Kreuz beklagte verheerende Zustände im Krisengebiet. In weiten Teilen Südossetiens sei die Infrastruktur komplett zerstört. Für die nach UN-Schätzungen 100 000 Flüchtlinge trafen in der Region inzwischen ausländische Hilfslieferungen ein. Die USA entsendeten ebenfalls Militärflugzeuge und Kriegsschiffe mit Hilfsgütern nach Georgien, eine erste Transportmaschine vom Typ C-17 Galaxy ist bereits in Tiflis eingetroffen.

Nach dem Ende des Krieges in Georgien will sich die Europäische Union an der Überwachung des brüchigen Waffenstillstands beteiligen. Sie entsendet Beobachter nach Georgien und in das abtrünnige Südossetien. Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner sagte nach einem Krisentreffen der EU-Außenminister in Brüssel, möglicherweise werde später auch die Entsendung von bewaffneten EU-Friedenstruppen nötig. Dies sei jedoch nur mit einem Mandat des Weltsicherheitsrats möglich, in dem Russland ein Vetorecht hat.

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Angela Merkel reist in der kommenden Woche nach Tiflis zu Gesprächen mit Saakaschwili. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. Am morgigen Freitag trifft Merkel Russlands Präsident Dimitrij Medwedjew in Sotschi am Schwarzen Meer. Auch dabei geht es um den Konflikt im Kaukasus.

Auch auf bilateraler Ebene gehen die Vermittlungsbemühungen weiter. Bundeskanzlerin

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte in Moskau einen Friedensplan vorgelegt, in dem sich beide Parteien verpflichten, ihre Truppen zurückzuziehen. Nach Medwedjew stimmte auch Saakaschwili dem von der EU vermittelten Friedensplan zu. Allerdings wurde auf georgischen Wunsch die Formulierung gestrichen, dass es eine internationale Diskussion über den "künftigen Status" von Südossetien und Abchasien geben solle.