Bill Gwatney erlag nach Polizeiangaben am Mittwoch im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen, nachdem ein Unbekannter wenige Stunden zuvor mehrfach auf den Oberkörper des Opfers gefeuert hatte. Gwatney war einer der sogenannten Superdelegierten, die auf dem anstehenden Nominierungsparteitag für den Präsidentschaftskandidaten ein besonderes Stimmrecht haben. Das Attentat löste bei den Demokraten Bestürzen aus.

US-Medienberichten zufolge hatte der Schütze kurz vor Mittwochmittag die Parteizentrale in der Hauptstadt Little Rock betreten und nach Gwatney gefragt. Der Unbekannte habe den Parteivorsitzenden dann in seinem Büro mit mehreren Schüssen schwer verletzt. Der Täter konnte den Angaben zufolge zunächst in seinem Auto entkommen. Nach 40 Kilometern Verfolgsjagd sei der Mann bei einem Schusswechsel mit der Polizei tödlich verwundet worden.

Über die Identität des Attentäters wurde zunächst nichts bekannt. Polizeisprecher Terry Hastings sagte im TV-Sender Fox News, die Hintergründe der Tat seien unklar: "Derzeit haben wir darauf keine Antwort." Der Täter sei aber kein früherer Angestellter von Gwatney gewesen, sagte Hastings weiter.

Für die Demokraten ist der gewaltsame Tod Gwatneys ein Schock Der designierte Präsidentschaftskandidat Barack Obama erklärte, er sei über die Tat "schockiert und betrübt". Parteichef Howard Dean nannte das Attentat eine "sinnlose Tragödie", die "für uns alle als Schock kommt".

Ex-Präsident Bill Clinton und seine Frau Hillary zeigten sich in einer gemeinsamen Erklärung "zutiefst betrübt". Das Ehepaar lebte jahrelang in Arkansas, als Bill Clinton hier als Gouverneur regierte. Gwatney war ein enger Freund der Familie und hatte Hillary Clinton bei ihrer Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur bei der Demokraten unterstützt.