Der US-Finanzinvestor Lone Star Funds gilt in der Private-Equity-Branche als ausgewiesener Spezialist für Problemkredite und angeschlagene Firmen. Die 1995 von Harvard-Absolvent John Grayken (52) gegründete Beteiligungsgesellschaft mit Sitz im texanischen Dallas ist für drastisches Durchgreifen und scharfes Kostensenken bekannt. Lone Stars weltweites Portfolio war zuletzt nach eigenen Angaben 13,3 Milliarden Dollar (9,0 Milliarden Euro) schwer. Schon vor der IKB-Übernahme zählte der Investor zu den Schwergewichten der Branche.

In Deutschland machte der "Einsame Stern" mit der erfolgreichen Sanierung der 2005 übernommenen Ex-Gewerkschaftsbank AHBR (Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden) auf sich aufmerksam, die inzwischen als Corealcredit firmiert. Erst im April verkaufte die Deutsche Post Immobilien an Lone Star und mietete sie dann zurück. Mehrere deutsche Banken erlöste der Investor mit einem Ableger in Frankfurt am Main von faulen Krediten, die abgewickelt, ausgeschlachtet und teils neu verpackt wurden. In Asiens Bankenwelt mischt Lone Star ebenfalls kräftig mit. Insgesamt gab der Investor bisher 35 Milliarden Dollar für rund 700 Transaktionen aus.

Die Immobilien- und Kreditkrise bescherte der Investmentfirma große Geschäfte: Von der angeschlagenen Investmentbank Merrill Lynch schnappte sich Lone Star vor Kurzem ein Riesenpaket von Problem-Anleihen zum Schleuderpreis. Bereits in der spektakulären US-Bankenkrise der frühen Neunzigerjahre hatte sich Grayken mit solchen Geschäften einen Namen gemacht. Seither zückt der Lone-Star-Chef sein Scheckbuch meist in den düstersten Zeiten von Firmen und Branchen.