Conti und die fränkische Schaeffler-Gruppe, die ein Angebot für den DAX-Konzern vorgelegt hatte, haben sich auf die Konditionen der Übernahme geeinigt. Schaeffler erhöht sein Gebot und beschränkt sein Engagement innerhalb der nächsten vier Jahre auf eine Minderheitsbeteiligung. Zum Schutz der Arbeitnehmer gibt es umfangreiche Zusagen. Conti wird nicht zerschlagen.

Conti sprach von einem "akzeptablen Gesamtpaket". Es enthalte mit dem verbesserten Angebotspreis und einem zugesagten Nachteilsausgleich eine spürbar höhere Gegenleistung. Die Vereinbarung schaffe außerdem Klarheit über zukünftige Verhältnisse.

Conti-Vorstandschef Chef Manfred Wennemer wird in Zukunft aber nicht mehr der Führungsriege des Unternehmens angehören, er tritt zurück. Der 60-Jährige habe den Aufsichtsrat darum gebeten, ihn zum 31. August 2008 von seinem Amt zu entbinden, hieß es. Der Aufsichtsrat habe dieser Bitte "mit großem Respekt für die Leistung Wennemers" zugestimmt. Sein Nachfolger werde kurzfristig bestellt.

Die Einigung nach intensiven Verhandlungen in den vergangenen Tagen sieht vor, dass die Schaeffler-Gruppe ihr bisheriges Übernahmeangebot von 70,12 Euro pro Aktie auf 75 Euro pro Aktie erhöht. Zudem sagte das wesentlich kleinere Familienunternehmen aus Herzogenaurach zu, das Engagement bei Conti innerhalb der nächsten vier Jahre auf eine Minderheitsbeteiligung von bis zu 49,99 Prozent zu beschränken. Schaeffler hält bereits acht Prozent an Conti und hat nach eigenen Angaben über Finanzgeschäfte Zugriff auf weitere 28 Prozent.

In der unbefristeten Vereinbarung, die frühestens im Frühjahr 2014 gekündigt werden könne, sind umfangreiche Regelungen zum Schutz der Interessen der Conti sowie ihrer Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden getroffen worden. Das erhöhte Angebot der Schaeffler-Gruppe entspricht einem zusätzlichen Betrag von rund 800 Millionen Euro für die Aktionäre beziehungsweise einer Prämie von 39 Prozent gegenüber dem Conti-Aktienkurs unmittelbar vor Bekanntwerden der Übernahmeabsicht. Die Annahmefrist für das Übernahmeangebot verlängert sich voraussichtlich bis zum 16. September, bisher endete die Frist am 27. August.

Schaeffler werde keine Verkäufe oder sonstige "wesentliche Strukturmaßnahmen" verlangen, hieß es. Gegen den Willen der Conti werde es auch keine Veränderungen etwa in Bezug auf die Unternehmensform, den Sitz, die Konzernzentrale und die Geschäftsbereiche sowie die Börsennotierung geben. Zudem verpflichtet sich Schaeffler zu einem Risikoausgleich bis zu einer Höhe von insgesamt 522 Millionen Euro für Verluste etwa steuerlicher Art, die im Zuge der Übernahme für Conti entstehen könnten.