Der Verkauf der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB ist perfekt: Der US-Finanzinvestor Lone Star wird Hauptanteilseigner bei der Mittelstandsbank IKB, die bisher zur KfW Bankengruppe gehörte. Darauf einigten sich IKB-Vorstand und der Präsidialausschuss des KfW-Verwaltungsrates, dem unter anderem Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) als KfW-Verwaltungsratsvorsitzender und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) angehören.

Lone Star will das Düsseldorfer Institut wieder als Mittelstandsbank im Markt etablieren. "Wir werden die bestehende Positionierung der Bank als Mittelstandsbank stärken und konsequent ausbauen", teilte das Unternehmen mit. Lone Star strebe an, die IKB "wieder als erste Adresse bei Finanzdienstleistungen für mittelständische Unternehmen zu etablieren". Der Name IKB bleibe erhalten. Personalabbau bei der IKB sei nicht "primäres Ziel".

Der für sein hartes Durchgreifen bekannte Investor dürfte nach Ansicht von Experten versuchen, die IKB gesundzuschrumpfen - nach dem Vorbild der erfolgreichen Sanierung der früheren Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR). Die Bank hatte sich mit spekulativen Zinsgeschäften verhoben und stand wie die IKB vor dem Aus. Heute schreibt das Institut, das nun Corealcredit heißt, wieder Gewinne.

Lone Star übernimmt nach monatelangen Verkaufsverhandlungen ein Aktienpaket von 90,8 Prozent und will sich nach den Worten des Geschäftsführers der Lone Star Germany GmbH, Karsten von Köller, die Möglichkeit zum Erwerb der restlichen Anteile sichern. Die KfW nannte den Kaufpreis "angemessen positiv". Beide Seiten hätten sich zudem darauf verständigt, die Risiken "bei bestimmten Portfolio-und Klagerisiken" zu teilen. Lone Star bringe weiteres Eigenkapital in die IKB ein. Zu weiteren Details des Kaufvertrages vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Abgeschlossen sein soll die Transaktion bis Oktober 2008.

Der Bund hoffte nach früheren Angaben auf Erlöse in Höhe von 800 Millionen Euro aus dem IKB-Verkauf. Diese Erwartung hat sich nicht erfüllt, wie der Sprecher des KfW-Vorstandes Wolfgang Kroh einräumte. "Der Verkaufserlös lag im niedrigen dreistelligen Millionenbereich", sagte er. Daran gemessen werden laut Kroh "mit Abschluss der Transaktion noch weitere bilanzielle Belastungen für die KfW entstehen". Weitere Einlagen des Bundes gebe es nicht. Die Gesamtbelastungen aus der IKB-Krise für die KfW bezifferte Kroh auf acht Milliarden Euro.

IKB-Chef Günther Bräunig begrüßte den erfolgreichen Abschluss des Verkaufsprozesses: "Eine lange Phase der Unsicherheit ist beendet, und wir können jetzt die Zukunft planen." Die Düsseldorfer Bank hatte sich am Markt für faule US-Kredite verspekuliert und war nur dank Milliardenhilfen vor der Pleite bewahrt worden. Nach FDP-Angaben mussten KfW, Bund und Bankenwirtschaft bislang 9,8 Milliarden Euro Risiken abdecken, um die IKB zu retten.