ZEIT ONLINE: Herr Frodeno, Ihr Olympiasieg liegt jetzt drei Tage zurück. Sind Sie schon müde vom Feiern?

Jan Frodeno: Ich habe noch gar nicht richtig angefangen. Durch die Zeitverschiebung gehen die TV-Shows hier bis zwei, drei Uhr nachts. Morgens um 9 Uhr ist dann schon wieder die nächste Pressekonferenz. Das sind verdammt viele Interviews. Aber um Sie zu beruhigen und es auf Deutsch zu sagen: Die Sau werde ich noch rauslassen.

ZEIT ONLINE: Kann der Medienrummel nicht auch nerven?

Frodeno: Nein, gar nicht. Es könnte nicht schöner sein. Was sich hier gerade abspielt, ist mein Traum. Ich habe in meinem Leben noch nie so viel geredet. Seit Tagen gebe ich Interviews. Jeder will meine Hand schütteln. Meine Wangen tun weh vom Lachen, aber: Ich liebe es. Ausruhen und schlafen kann ich zu Hause noch genug.

ZEIT ONLINE: Von Heike Henkel sollen wir Ihnen übrigens Glückwünsche ausrichten.

Frodeno: Das ist toll, danke. Es ist wirklich unglaublich, wie viele Gratulationen ich bekomme. Heute früh hatte ich 530 neue Mails.

ZEIT ONLINE: Realisiert haben Sie Ihren Erfolg aber schon?

Frodeno: Na ja, heute Nacht bin ich aufgewacht und hatte die Ziellinie vor Augen. Ich hatte das Gefühl, dass jemand an meiner Schulter hängt, mich überholen will. Es sind einfach zu viele Eindrücke auf einmal. Stephan Vuckovic, der Silbermedaillengewinner von 2000, gab mir einen guten Tipp: Ich brauche ein Tagebuch, um nichts zu vergessen.