Die Bankenbranche sorgt weiterhin für Furcht und Schrecken am Aktienmarkt: Nachdem sich Gerüchte über eine Verstaatlichung der beiden US-Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac verdichteten und die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers ankündigte, Teile ihrer Vermögensverwaltung verkaufen zu wollen, gerieten die Aktienkurse in den vergangenen Tagen wieder ins Trudeln.

Seit ihrem Hoch Mitte vergangenen Jahres haben die globalen Standardwerte wieder mehr als 20 Prozent verloren. Werden sich die Kurse in absehbarer Zeit wieder erholen? Analysten sind skeptisch.

In solch wackligen Börsenphasen empfehlen Anlageberater oft Wandelanleihen oder entsprechende Fonds, um das Schwankungsrisiko abzufedern. Bei diesen Papieren handelt es sich prinzipiell um Unternehmensanleihen. Am Ende ihrer Laufzeit hat der Anleger die Wahl. Er kann sich entweder den Nennwert der Anleihe zurückzahlen lassen oder das Papier zu einem vorher vereinbarten Umtauschkurs in Aktien des Unternehmens "umwandeln". Der Herausgeber sichert dem Anleiheninhaber eine feste Laufzeit und einen festen Zinssatz zu, der deutlich unterhalb des Kapitalmarktzinses liegt. Im Gegenzug erhält der Anleger das Umtauschrecht.

Das Kalkül der Investoren: Sinkt der Aktienkurs, dienen Zins und Bar-Rückzahlung als Verlustbremse. Steigt der Kurs jedoch bis zur Fälligkeit, kann die Aktien-Rückzahlung gewählt und mit einem sofortigen Verkauf der Aktie Gewinn gemacht werden. Dank diese Kombination gilt unter Börsianern die Faustregel, dass Wandelanleihen Aktiengewinne zu rund zwei Dritteln, Verluste jedoch nur zu einem Drittel abbilden.

Die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre bietet eine gute Gelegenheit, diese Behauptung zu prüfen. Von August 2003 bis Mitte 2007 sind die Kurse globaler Standardwerte um rund 85 Prozent gestiegen und seitdem wieder um knapp über 20 Prozent gefallen – damit bleibt unterm Strich auf Sicht von fünf Jahren ein Aktienwertzuwachs von etwas mehr als 45 Prozent. Geht man davon aus, dass Wandelanleihen die Gewinnphase zu zwei Dritteln und die Verlustphase zu einem Drittel mitgemacht haben, bleibt für dieses Segment ein Anstieg von 57 Prozent und ein anschließender Verlust von rund sieben Prozent.

Das ergibt am Ende denselben Wertzuwachs von gut 45 Prozent wie beim Aktienmarkt, was einer Jahresrendite von acht Prozent entspricht. Diesen Gewinn sollten Anleger mit Wandelanleihen also erzielt haben. Fairerweise sollte man den Wandelanleihen-Fonds noch zugestehen, dass deren Rendite aufgrund der jährlichen Verwaltungsgebühren etwas niedriger ausfällt. Doch selbst wenn die Fondsmanager keine besonderen Leistungen erbringen, müsste die jährliche Durchschnittsrendite über sechs Prozent liegen.