Ein Ehepaar und zwei Kinder aus dem Freistaat standen auf der Passagierliste der Unglücksmaschine. Allerdings ist bisher immer noch nicht sicher, ob die Pullacher Familie den Flug auch tatsächlich antrat. "Wir wissen nur, dass vier Namen von bayerischen Bürgern auf der Passagierliste stehen. Wir wissen aber nicht, was mit ihnen passiert ist", sagte ein Sprecher des bayerischen Landeskriminalamtes. Zurzeit würden sie als Vermisste behandelt, Klarheit soll eine DNA-Analyse bringen. Das Ergebnis wird aber nach Einschätzung von Experten nicht mehr für heute erwartet.

Derweil haben Rettungsmannschaften in der Nacht weitere Tote aus dem Wrack der Unglücksmaschine geborgen. Die Leichen wurden in eine Halle auf dem Messegelände der spanischen Hauptstadt gebracht und dort aufgebahrt. Experten begannen damit, die Toten zu identifizieren. Nach Angaben des Roten Kreuzes wird diese Prozedur sich noch über mehrere Tage hinziehen. Ein Ende sei nicht absehbar, sagte eine Sprecherin. Viele Leichen sind so verkohlt, dass eine Identifizierung nur mit Hilfe von DNA-Analysen möglich sein wird.

Helfer der Rettungsdienste berichteten, das Flugzeug sei in mehrere Teile zerbrochen. "Es ist ein Wunder, dass überhaupt jemand überlebte", sagte ein Augenzeuge. Bei Spaniens schwerster Luftfahrt-Katastrophe seit 25 Jahren ist gestern Nachmittag eine Maschine der Gesellschaft Spanair unmittelbar nach dem Start auf dem Flughafen Madrid-Barajas zerschellt und in Flammen aufgegangen. Nach Angaben der Verkehrsministerin Magdalena Alvarez kamen 153 Menschen ums Leben, 19 Insassen der Maschine wurden schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht. Viele von ihnen hatten lebensgefährliche Verbrennungen erlitten.

Experten suchen unterdessen nach den Ursachen der Katastrophe. Mit Ergebnissen sei aber erst "in mehreren
Wochen oder Monaten" zu rechnen, teilte das spanische Verkehrsministerium mit. Die Flugschreiber des Flugzeugs vom Typ McDonnell Douglas MD-82 wurden wenige Stunden nach dem Unglück sichergestellt und einem Ermittlungsrichter übergeben. Der Richter verhängte für die Untersuchungen eine Nachrichtensperre. Er untersagte den Medien, Fotos vom Wrack der abgestürzten Maschine zu veröffentlichen.

Bisher gab es Spekulationen, dass möglicherweise beim Start ein Triebwerk der zweistrahligen Maschine in Brand geraten sei. Experten wiesen jedoch darauf hin, dass bei der Katastrophe auch andere Faktoren eine Rolle gespielt haben müssten. Eine Maschine dieses Typs könne notfalls auch mit nur einem Triebwerk starten.