Der ZEIT sagt Turner, Partner der Kommunikationsgruppe Scholz & Friends: "Steinmeier könnte am Wahlabend weniger Stimmen bekommen als Beck, weil er das, was er in der Mitte holt, doppelt auf der linken Seite verliert. Er mobilisiert weniger agendamüde Sozialdemokraten und aktiviert dafür die Linke als Feindbild."

Allein durch gute Wahlwerbung ist die SPD nach Ansicht von Turner nicht mehr zu retten: "Das Problem der SPD liegt nicht in der Werbung, sondern bei den Inhalten. Was sie brauchte, wäre ein blickwinkelwechselndes Thema, das ihr einen gemeinsamen Nenner bietet und zugleich auf die Linkspartei ausstrahlt."

Becks "Wahrnehmungskarriere" sei für ihn einzigartig, so Turner. "Er ist ganz unten, und man wartet auf den Wendepunkt, aber der will nicht kommen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ein Chef einer Volkspartei so weit unten war."

Beck habe nach Amtsantritt zunächst eine "schlafwandlerisch glückliche Hand" im Umgang mit der Öffentlichkeit gehabt, etwas, als er dem Arbeitslosen Enrico Frank Paroli geboten habe. Turner: "Da hat er aus dem Stand heraus den Leuten das Gefühl gegeben: Hier ist ein Mann von Schrot und Korn, der ist nicht bis zum Erbrechen politisch korrekt, der kann Klartext. Das war ein eigener Stil mit starker Anziehungskraft."

Dann jedoch sei Beck "etwas dazwischengekommen, das er nicht selbst zu verantworten" habe, nämlich die Zerrissenheit der SPD. "Wer gegenwärtig die SPD führt, hat kaum eine Möglichkeit, die spaltenden Themen zu überdecken, die fast im Wochentakt auftauchen."

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