4725 Jugendliche in den häufigsten Lehrberufen hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) für seinen dritten Ausbildungsreport befragt. Gefragt wurde unter anderem danach, wie gut sie sich in der Lehre betreut fühlen, wie häufig sie zu ausbildungsfremden Tätigkeiten herangezogen werden, wie viele Überstunden sie leisten müssen und wie die Ausbildung vergütet wird.

Die Mehrzahl der Auszubildenden sei zufrieden, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Inge Sehrbock bei der Vorstellung der nicht repräsentativen Studie in Berlin. Doch sei von den Jugendlichen auch viel Kritisches zu hören. Das betrifft insbesondere die Arbeitszeit. 40 Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig Überstunden machen zu müssen.

Aus den Aussagen der Jugendlichen ergeben sich Gesamtbewertungen nach Branchen und Berufen. Unter den 25 meistfrequentierten Ausbildungsberufen in Deutschland schnitten die Industriemechaniker am besten ab – wie auch im Jahr zuvor. Gleich blieb auch der letzte Platz: Die Maler und Lackierer sind mit ihrer Ausbildung am unzufriedensten. Sie klagen über mangelnde fachliche Anleitung bei hoher Eigenverantwortung sowie über viele Überstunden.

Besser als im Vorjahr schnitten die meisten der kaufmännischen Büro-Berufe ab. In allen Kategorien wurden sie von den Lehrlingen als gut bis sehr gut bewertet. Der Fachkräftemangel zwinge zu einem Umdenken in Sachen Qualitätsentwicklung und zeige Wirkung, heißt es dazu in dem Report. 

Eine deutliche Verschlechterung stellt der DGB allerdings bei den Dienstleistungsberufen fest. Die medizinischen Berufe rutschten innerhalb eines Jahres von Platz zwei auf Platz 18 ab. Die Einsparungen im Gesundheitswesen schlügen nun auch auf die Berufsausbildung des Nachwuchses durch. Auch sei die Ausbildung ohnehin psychisch und physisch anstrengend, heißt es dazu.

Das trifft auch auf die Ausbildungsberufe im Hotel- und Gastgewerbe zu, welches im Branchenvergleich auf dem letzten Platz landete, ähnlich wie in den beiden Jahren zuvor. Lehrlinge in diesen Berufen klagten über permanent viele Überstunden, einen oftmals rauen Umgangston und das Gefühl, ausgenutzt zu werden. Die große Unzufriedenheit spiegelt sich auch in einer hohen Ausbildungs-Abbruchquote von 40 Prozent wider.