Das Herz der deutschen Wirtschaft schlägt in der Industrie: in jenen Betrieben, deren Erzeugnisse dank ausgeklügelter Technologien auf der ganzen Welt begehrt sind. Prosperiert der Export, geht es uns gut. Wie sehr wir vom Wohlbefinden der Weltwirtschaft abhängen, wird gerade jetzt besonders schmerzhaft deutlich.

Geht unserem Außenhandel die Puste aus? Oder zieht die Exportschwäche schnell vorüber, und der konjunkturelle Einbruch wird nur halb so schlimm? Möglich scheint es. ZEIT ONLINE stellt in einer Reihe ausgewählte Unternehmen vor, deren Geschäft immer noch boomt – trotz des teuren Öls, des starken Euro und der weltweiten Konjunktursorgen.

Die Idee zu dieser Serie entstand vor fast einem Jahr. Der heftig umstrittene G8-Gipfel in Heiligendamm war schon eine Weile vorüber. Naomi Klein, die Ikone der globalisierungskritischen Bewegung, hatte gerade ihr zweites, wütendes Buch über den "Katastrophen-Kapitalismus" veröffentlicht. In ihm porträtiert sie die liberale Wirtschaftsordnung als Teil einer weltweiten Verschwörung, die sich nur mit Hilfe gewalttätiger Militärregime durchsetzen konnte.

Die öffentliche Stimmung, auch in Deutschland, war geprägt von der Auffassung, die weltwirtschaftlichen Verflechtungen seien die Ursache vieler Übel: der wachsenden Arbeitslosigkeit in den Industrieländern beispielsweise, der anhaltenden Armut in den Entwicklungsländern oder der Umweltverschmutzung in allen Teilen der Welt.

Dabei ging es Deutschland gut – dank der Globalisierung. Nach mageren Jahren, in denen allein der Export die Wirtschaft vor dem Absturz bewahrt hatte, brummte die Konjunktur wieder. Angetrieben wurde das Wachstum nicht von den deutschen Konsumenten, die sich angesichts realer Einkommensverluste und der Sorge um ihren Arbeitsplatz zur Sparsamkeit gezwungen sahen. Motor der deutschen Betriebsamkeit war die hohe Nachfrage aus dem Ausland.

Ob in den USA oder in den Schwellenländern Asiens, überall wurde investiert und produziert. Konsumgüter aus Deutschland, vor allem aber Maschinen Made in Germany, waren auf der ganzen Welt begehrt. China mochte längst als "Fabrik der Welt" gelten, mit uneinholbar großen Lohnkostenvorteilen gegenüber jenen Betrieben, die noch versuchten, ihre Produktionsstätten in den klassischen Industrieländern zu erhalten.