Das auf die Berechnung von Katastrophenschäden spezialisierte Institut EQECAT hat seine bisherigen Schadenschätzungen zum Hurrikan Gustav nach unten korrigiert. Jüngsten Ermittlungen zufolge dürften die Forderungen für Schäden auf dem US-Festland nun zwischen drei und sieben Milliarden Dollar betragen, teilte das Institut mit. Am Montag ging EQECAT noch von versicherten Schäden zwischen sechs und zehn Milliarden Dollar aus.

Auch die Schäden an den Öl- und Gas-Plattformen im Golf von Mexiko halten sich offenbar in Grenzen. Bei ersten Beobachtungsflügen über dem Golf seien keine sichtbaren Beschädigungen an den Förderanlagen festgestellt worden, erklärte die US-Katastrophenschutzbehörde am Dienstag. Dennoch könnte es bis zur vollständigen Wiederaufnahme der Produktion noch bis zu zwei Wochen dauern. Zugleich teilte die Behörde mit, dass noch immer rund 1,4 Millionen Menschen in dem am stärksten betroffenen Bundesstaat Louisiana ohne Strom seien.

Sorgen bereite aber nach wie vor der über der Karibik wütende Tropensturm Hanna. Es sei schwer vorauszusagen, zu welcher Stärke er sich entwickeln würde und wo genau er auf Land treffen könnte. "Wir müssen diesen Sturm sehr genau beobachten", sagte David Paulison vom Katastrophenschutz.

In seinem Zentrum entwickelte Hanna Windgeschwindigkeiten von 100 Kilometern pro Stunde. Bereits in der vergangenen Woche waren in Haiti durch Hurrikan Gustav mindestens 59 Menschen ums Leben gekommen.

Gustav hatte am Montag das Festland westlich von New Orleans erreicht. Auf seinem Weg über den Süden der USA verlor der Sturm immer weiter an Kraft. Im Gegensatz zu den 1500 Toten und massiven Plünderungen nach Hurrikan Katrina vor drei Jahren gab es nach offiziellen Angaben sechs Tote und der Polizei zufolge zwei Festnahmen.