Allein in der Küstenstadt Gonaïves im Zentrum des Landes ertranken zehn Menschen, berichtete die Nachrichtenagentur Haiti Press. Präsident René Preval bat angesichts der Katastrophe in der 300.000-Einwohner-Stadt um internationale Hilfe. Unterdessen bewegen sich zwei weitere Wirbelstürme auf die Karibik zu.

Gonaïves stehe völlig unter Wasser, teilweise bis zu drei Meter hoch, berichtete Bürgermeister Stephen Moise. In umliegenden Ortschaften sei es ebenfalls zu Überflutungen gekommen. Das Ausmaß des Unglücks sei noch nicht zu erfassen, da das Gebiet wegen des Hochwassers nicht zu erreichen sei.

Der mit einem Durchmesser von über 700 Kilometern riesige Tropensturm Hanna befand sich in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) südlich der Caicosinseln, die er zuvor als Hurrikan überquert hatte. Wie das US-Hurrikan-Zentrum in Miami weiter mitteilte, machte der Sturm zunächst einen Schwenk nach Süden auf Westkuba und den Norden Haitis zu, um am Abend nach Osten abzudrehen. Auch in den Gebieten der Dominikanischen Republik, die an Haiti grenzen, wurden daraufhin Alarm ausgelöst.

In seinem Zentrum entwickelte Hanna Windgeschwindigkeiten von 100 Kilometern pro Stunde. Bereits in der vergangenen Woche waren in Haiti durch Hurrikan Gustav mindestens 59 Menschen ums Leben gekommen.

Die Meteorologen rechneten damit, dass Hanna später wieder nach Nordwesten schwenken würde, um dann möglicherweise über die Bahamas auf den US-Bundesstaat Florida oder South Carolina zuzusteuern. Für die Bahamas wurde der Hurrikanalarm vorsorglich aufrechterhalten, da der Sturm wieder stärker werden könnte.