Gegenüber den drei Vormonaten sank das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone um 0,2 Prozent, teilte das Europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg mit. Es bestätigte damit eine eigene Schätzung von Mitte August.

Zur Eurozone gehören alle Staaten der EU, die den Euro als Währung eingeführt haben und Mitglied der Europäischen Währungsunion sind. Das sind 13 Staaten, darunter auch Deutschland. In der gesamten EU mit 27 Staaten beträgt das Minus 0,1 Prozent. Im ersten Quartal hatte es noch ein Plus gegeben.

Ökonomen sprechen von einer Rezession, wenn die Wirtschaftsleistung zwei Quartale hintereinander sinkt.  "Von einer Rezessionsgefahr zu sprechen, ist aber abwegig", sagte Christian Dreger, Konjunktur-Experte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die hohe Inflation habe im zweiten Quartal die Kaufkraft ausgebremst. Doch da im dritten und vierten Quartal mit einer Abschwächung der Preissteigerung gerechnet werde, sollte auch die Wirtschaftleistung wieder leicht wachsen.

Gerade in Deutschland habe man zudem ein starkes erstes Quartal erlebt, weil beispielsweise Bauaufträge des zweiten Quartals vorweggenommen wurden. "Das negative Wachstum jetzt ist auch auf diese Sondereffekte zurückzuführen", sagte Dreger ZEIT ONLINE. "Für das restliche Jahr besteht berechtigte Hoffnung auf Besserung."