Die monatelangen Debatten um Becks Führungsschwäche und an seinen politischen Fehlern im Umgang mit der Linkspartei hatten deutliche Spuren hinterlassen. Nicht wenige glaubten, dass er jetzt eigentlich nur noch "die Flucht nach vorn" antreten könne. Das heißt: Kandidatur für den Bundestag - um dann als Partei- und Fraktionschef künftig ganz nach Berlin zu wechseln. Das ist nun Geschichte.

Das politische Trommelfeuer und die Negativ-Schlagzeilen, denen sich Beck seit Sommer 2007 ausgesetzt sah, haben auch seine Popularitätswerte im Heimatland Rheinland-Pfalz sinken lassen. Als dienstältester Regierungschef eines Bundeslandes lenkt der Maurersohn dort seit 1994 die Geschicke. Während seiner Regierungszeit ist Rheinland-Pfalz wirtschaftlich in die Spitzengruppe der Bundesländer aufgestiegen.

Dafür belohnt wurde der als volksnah und bodenständig geltende Beck bei der Landtagswahl 2006 mit der absoluten Mehrheit. Doch ob sich ein solch großer Erfolg bei der nächsten Wahl 2011 vor allem nach Erstarken der Linkspartei noch einmal wiederholen lässt, gilt heute mehr als fraglich. Die politisch eher blasse CDU-Landes- Opposition liegt in Umfragen inzwischen nahezu gleichauf mit der SPD.

Viele in der SPD zweifelten schon länger, ob Beck den vollen Sprung von Mainz nach Berlin nach der Bundestagswahl 2009 tatsächlich wagen würde. Es heißt, seine Frau Roswitha, eine selbstbewusste Friseur-Meisterin, habe ihn in den vergangenen Wochen umstimmen können - oder ihn zumindest zweifeln lassen, ob die von ihm seit längerem ins Auge gefasste Aufgabe seiner Mainzer Ämter die richtige Zukunftsentscheidung sei.

Denn immer wenn Beck in sein Heimatland eintaucht und direkt mit den Bürgern spricht, ist das für ihn ein wohltuendes Kontrastprogramm zu der inzwischen als feindlich wahrgenommenen Berliner Politik-Welt. Manche mitunter bösartige Attacke auf seine Person empfand er als persönlichen
Vernichtungsfeldzug. Beck zeigte sich mehr und mehr verletzt und reserviert. Journalisten begegnete er abwehrend und misstrauisch - und das nicht nur in Berlin, sondern zunehmend auch in Mainz.