Mit seiner Kandidatur fordert Pflüger den Berliner CDU-Landesvorsitzenden Ingo Schmitt heraus – vermutlich nicht aus ganz freien Stücken. Denn nach einem Bericht der Berliner Morgenpost kursieren in der Partei Gerüchte über seinen eigenen möglichen Sturz.  Pflüger sagte, nach diesem Bericht habe er sich "genötigt gefühlt", seine Kandidatur früher als geplant bekannt zu geben.

Der frühere Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium betonte, die Bewerbung um den Parteivorsitz sei "von Beginn an sein Plan" gewesen. "Das hat jeder intern gewusst." Auch Schmitt wisse von seiner Absicht. "Das kann ihn nicht ernsthaft überrascht haben."

Schmitt ist seit 2005 Chef der Berliner CDU. Pflüger war erst 2006 aus der Bundespolitik in die Berliner Landespolitik gewechselt. Er trat in dem Jahr als Spitzenkandidat der CDU bei der Abgeordnetenhauswahl an. Die Partei erreichte allerdings unter seiner Führung nur 21,3 Prozent – ein Negativrekordwert. Dennoch übernahm er nach der Wahl den Fraktionsvorsitz im Landesparlament.

Pflüger forderte nun ausdrücklich Rückhalt von der intrigenerfahrenen Landes-CDU. Er müsse getragen werden von seiner Partei. Das steht aber durchaus in Zweifel.

Im Juni hatte Schmitt zwar noch gesagt, die CDU sei mit Pflüger "auf einem guten Weg". Zuletzt hatte es jedoch schwere parteiinterne Differenzen über künftige Koalitionen gegeben. Pflüger wirbt für eine Jamaika-Koalition aus CDU, FPD und Grünen nach der nächsten Wahl. Dies stößt aber längst nicht bei allen in der Berliner CDU auf Zustimmung.

Vielen in der Partei ist der aus Niedersachsen stammende Liberale zudem bis heute fremd: Er kommt nicht aus dem Mief und den Zirkeln der alten Westberliner Union, sondern von außen. Das ist schon manchem in der Berliner CDU zum Verhängnis geworden.