Als erster Spieler seit 84 Jahren hat Federer zum fünften Mal nacheinander die US Open in New York gewonnen. Der ehemalige Weltranglisten-Erste siegte gestern im Endspiel 6:2, 7:5, 6:2 gegen den Schotten Andy Murray. Zuletzt hatte der Amerikaner Bill Tilden 1924 einen "Fünferpack" bei den US Open gefeiert, ein Jahr später sogar noch einen sechsten Titel in Folge errungen.

Damit feierte Federer nach seinen Finalniederlagen bei den French Open und in Wimbledon doch noch einen Grand-Slam-Titel in dieser Saison. Es war der insgesamt 13. für den 27-Jährigen aus Basel. Mit einem weiteren Erfolg kann er mit Rekordhalter Pete Sampras aus den USA gleichziehen. Für den Triumph kassierte der Olympiasieger im Doppel 1,5 Millionen Dollar Preisgeld. Der 21-jährige Murray verpasste in seinem ersten Grand-Slam-Finale den ersten britischen Herren-Triumph bei einem der vier wichtigsten Turniere seit 1936.

Nach ausgeglichenem Start holte sich Federer sechs Spiele in Folge, verbuchte dabei den Gewinn des ersten Satzes und lag auch im zweiten Durchgang 2:0 vorn. Völlig unerwartet verlor der Titelverteidiger danach erstmals seinen Aufschlag. Murray fand besser in die Partie und konnte Federer ab und an auch unter Druck setzen. Zudem schlug der Titelverteidiger zwischenzeitlich nicht mehr so stark auf und produzierte auch mehr Fehler.

Die Entscheidung in der Partie fiel am Ende des zweiten Satzes. Bei einer 6:5-Führung setzte Federer den künftigen Weltranglisten-Vierten unter Druck und holte sich im Vorwärtsgang gleich mit der ersten Chance auch diesen Satz. Daran knüpfte er mit einer 5:0-Führung im dritten Durchgang an und beendete die Partie nach 1:51 Stunden mit seinem zweiten Matchball. Es war im vierten Vergleich erst sein zweiter Erfolg über den zu schwach aufschlagenden Murray. Der Schotte erhielt 750 000 Dollar für sein Final-Debüt sowie weitere 250 000 Dollar als zweiterfolgreichster Spieler für sein Abschneiden bei den Turnieren vor den US Open.

Das Finale wurde erstmals seit 1987 wieder an einem Montag ausgetragen, weil Murrays Halbfinale gegen den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal wegen Regens erst am Sonntag beendet werden konnte. Federer war dagegen noch am Samstag fertig geworden und hatte anders als sein Finalgegner 48 Stunden Pause.