Saakaschwili habe "ohne Vernunft, eigenmächtig und verantwortungslos die Entscheidung zur Bombardierung Zchinwalis", der Hauptstadt Südossetiens, getroffen, sagte Oppositionsführer David Gamkrelidse, der Chef der einflussreichen konservativen Partei Neue Rechte. Der Präsident trage damit die Verantwortung für die "schwierige Situation" im Land. Ihm sei auch anzulasten, dass Georgien den Einfluss in seinen abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien komplett verloren habe. Vor dem Krieg hatte Georgien noch Teile der Provinzen kontrolliert.

"Mir ist klar, dass wir nun von den staatlich kontrollierten Medien zum Feind erklärt werden, aber die Wahrheit ist mehr wert", sagte Gamkrelidse. Er kündigte noch für Dienstag Konsultationen mit anderen Oppositionsparteien an, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Wir nehmen Abstand von einem möglichen Nato-Beitritt, weil nicht einmal mehr klar ist, mit welchen Grenzen wir dort aufgenommen werden sollen", sagte Gamkrelidse. Ein neuer Präsident solle sich auf friedlichem Weg um die Herstellung der territorialen Integrität kümmern.

Die Opposition hatte bereits im vergangenen Herbst nach wochenlangen Protesten gegen die Politik Saakaschwilis Neuwahlen erwirkt. Die Wahlkommission hatte ihn nach dem Urnengang am 5. Januar trotz Manipulationsvorwürfen zum Sieger erklärt.