Der Ölpreis ist zuletzt massiv gesunken, in den letzten sechs Wochen um 15 Prozent. Mittlerweile liegt er bei weniger als 110 Dollar pro Fass – und könnte weiter fallen. Gründe dafür sehen Experten in der lahmenden Weltkonjunktur und der daher sinkenden Nachfrage. Auch dass der Wirbelsturm Gustav doch keine Gefahr für die vielen Raffinerien an der Südküste der USA war, hat anscheinend den Wertverfall beschleunigt.

 An den deutschen Tankstellen ist vom sinkenden Ölpreis allerdings bisher wenig zu spüren. Das hat zwei Gründe: Einerseits wird der Kurs noch immer in Dollar berechnet. Der Wert der US-Währung ist im Vergleich zum Euro jedoch gestiegen. Aus europäischer Sicht ist der Ölpreis daher nur um acht Prozent gefallen.

 Der zweite Grund: Ölpreis ist nicht gleich Benzinpreis. Alles, was aus Öl hergestellt wird - ob Diesel, Kerosin oder Benzin - wird an Börsen gehandelt und kann daher unterschiedlich teuer sein. "Die Nachfrage nach den einzelnen Kraftstoffen schwankt unterschiedlich", sagte Barbara Meyer-Buckow, Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbandes ZEIT ONLINE, "daher ist die Tendenz nicht immer parallel."

 Offenbar gilt das auch zurzeit: Der durchschnittliche Preis von Superbenzin sank in den letzten anderthalb Monaten nur um etwa fünf Prozent, auf jetzt ungefähr 1,49 Euro.

Dass die Tankstellen die Preise absichtlich langsamer sinken lassen könnten, weist Branchenprimus Aral zurück: "Die Entlastung beim Einkauf von Benzin und Diesel sind voll an die Kunden weitergegeben worden", beteuert Aral-Sprecher Detlef Brandenburg.