CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla hat die SPD nach ihrer jüngsten Personalentscheidung aufgefordert, die Große Koalition fortzusetzen. Vor der Bundestagswahl 2009 gelte es, "die Aufgaben, die unmittelbar vor uns liegen, zu lösen und gemeinsam weiter zu regieren", erklärte Pofalla am Sonntag in Berlin. Der Rücktritt von Kurt Beck als SPD-Chef sei der dritte Wechsel an der SPD-Spitze seit Beginn der schwarz-roten Koalition. "Die CDU ist und bleibt die Kraft der Stabilität dieser Bundesregierung", betonte Pofalla. Mit dem Rücktritt von Beck und der Nominierung von Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidaten sei keines der Probleme der SPD gelöst.

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) kritisierte die Vorgänge in der SPD-Spitze. "Die SPD-Vorsitzenden scheitern nicht an sich, sondern an den vollkommen ungelösten Konflikten in inhaltlichen und strategischen Fragen. Die Solidarität ist aus der Partei entflohen und durch Egotrips Einzelner und Illoyalitäten ersetzt worden", sagte der CDU-Bundesvize Wulff am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hannover. Beck sei nicht nur während seiner Erkrankung von der Partei im Regen stehen gelassen worden. "Die Zeit des Wegduckens ist nun für Steinmeier vorbei."

Steinmeier müsse klar Position beziehen und eine Annäherung der SPD in Hessen an die Linke verhindern, forderte Wulff. Scheitere er dabei, sei klar: "Niemand kann sich mehr auf das mehrfach gegebene Versprechen von SPD-Politikern, mit der Linken nicht zusammenzuarbeiten, verlassen."

Auch der CSU-Vorsitzende Erwin Huber verlangte einen Kurswechsel von Steinmeier. "Wenn Steinmeier sich jetzt zum Kanzlerkandidaten küren lässt, muss er als erstes die geplante Zusammenarbeit der SPD mit der Linkspartei in Hessen verhindern", sagte er der Bild am Sonntag . "Sonst ist seine Kandidatur von Anfang an mit einem Glaubwürdigkeitsmakel behaftet."

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, sagte: "Die SPD wird eine immer paradoxere Partei. Auf der einen Seite dreht sie die Reformen aus der Zeit von Kanzler Gerhard Schröder zurück, andererseits ruft sie mit Franz Müntefering nun den Mann zurück, der mit Steinmeier für die Reformen verantwortlich war."