Die Angriffe sind scharf in der Diskussion um Schröders Auftritt bei einer Energiekonferenz Ende September. Der Sprecher des Unions-Mittelstandkreises, Michael Fuchs, sagte der "Berliner Zeitung":  "Schröder ist als Gazprom-Lobbyist ein Angestellter von Wladimir Putin. Er ist befangen und hat auf solchen Regierungskonferenzen nichts zu suchen. Er sollte ausgeladen werden."

Die stellvertretende Unions-Fraktionschefin Katherina Reiche (CDU) sagte: "Es ist seltsam, dass der oberste Gazprom-Lobbyist die deutsche Energiepolitik erklären soll."

Schröder soll am 26. September auf einer Konferenz des Bundesumweltministeriums in Berlin zum Energiestandort Deutschland sprechen. Sein Vortrag befasst sich demnach mit dem Thema "Perspektiven einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung in Deutschland".

Schröder ist, seit seinem Rückzug aus der Politik 2005, Aufsichtsratsvorsitzender der Gazprom-Tochter Nord Stream AG. Das russische Unternehmen baut die umstrittene, 1200 Kilometer lange Gaspipeline unter der Ostsee.

 Ein Sprecher Gabriels wies die Kritik aus der CDU zurück: "Der Bundesumweltminister lässt sich nicht vorschreiben, wen er zu Kongressen seines Hauses einlädt, von Atomlobbyisten schon gar nicht", sagte er der Zeitung.