Das teilte die federführende baden-württembergische Datenschutzstelle am Donnerstag in Stuttgart mit. Hauptvorwurf ist, dass Lidl-Gesellschaften Detektive damit beauftragt haben, die Verhaltensweisen von Mitarbeitern zu überwachen. "Die Protokolle gehen teilweise weit in den privaten Bereich hinein", sagte der Leiter der Stuttgarter Behörde. Die gegen die einzelnen Gesellschaften verhängten Bußgelder liegen den Angaben zufolge zwischen 10.000 und 310.000 Euro.

Das Unternehmen hatte sich im Vorfeld reuig gezeigt: "Lidl hat den zuständigen Behörden bereits signalisiert, dass das Unternehmen die in diesem Zusammenhang festgesetzten Bußgelder mit großer Wahrscheinlichkeit ohne Widerspruch akzeptieren wird", hatte Lidl am Samstag  mitgeteilt.

Gleichzeitig betonte Lidl, seine Mitarbeiter nicht flächendeckend und systematisch überwacht zu haben. Das bestätige der vorläufige Bericht der Datenschutzbehörde Baden-Württemberg. Zudem seien mittlerweile in allen Regionalgesellschaften Datenschutzbeauftragte bestellt.

Die Gewerkschaft ver.di zeigte sich zufrieden mit dem Bußgeld. "Eine Millionensumme ist auch für ein solches Unternehmen keine Petitesse", sagte Vize-Vorsitzende Margret Mönig-Raane. Sie sagte, trotz Verbesserungen sei Lidl längst noch kein vorbildlicher Arbeitgeber. So erschwere der Discounter weiterhin die flächendeckende Gründung von Betriebsräten. Das zeige, dass in der Haltung der Unternehmensleitung gegenüber ihren Angestellten einiges nicht in Ordnung ist. Bei Lidl herrsche weiterhin eine "verschlossene und misstrauische Atmosphäre".