Luca Toni fühlt sich zu Unrecht von den italienischen Medien kritisiert. "Seit ich im Ausland spiele, bekomme ich zu viele Pfiffe und Kritiken", sagte der Stürmer des FC Bayern München nach dem 2:0-Sieg der "Azzurri" im WM-Qualifikationsspiel gegen Georgien.

"Wenn Italien verliert oder bei der EM rausfliegt, ist es Tonis Schuld", beklagte der Münchner in der La Gazzetta dello Sport. Diese Kritik an seiner Person sei übertrieben und mache ihm das Leben schwer. "Es ist schwierig, gut zu spielen, wenn du die Medien und die Leute gegen dich hast", sagte Toni, der beim FC Bayern auf Anhieb Publikumsliebling und Torschützenkönig wurde.

Im blauen Trikot der italienischen Nationalelf ist der 31-Jährige allerdings seit der EM ohne Torerfolg. In Udine am Mittwoch wurde Toni bei seiner Auswechslung in der 71. Minute sogar von den "Tifosi" ausgepfiffen.

Schon während der EM vergab der Mittelstürmer unzählige, hundertprozentige Torchancen. Deshalb sah er sich sogar zu der Klarstellung genötigt, dass er mit seinen vergebenen Torchancen nicht für das Scheitern von Nationaltrainer Roberto Donadoni verantwortlich sein wolle. Im ersten WM-Qualifikationsspiel gegen Zypern war Toni bereits zur Halbzeit ausgewechselt worden.

Donadonis Nachfolger Marcello Lippi nimmt Tonis Torflaute jedoch gelassen. "Ich halte an ihm fest, weil er ein großartiger Spieler ist", sagte Italiens Weltmeistertrainer von 2006. Ihm habe Tonis Einsatz gegen Georgien gefallen. So früh in der Saison fehle dem Münchner einfach noch die Spielpraxis. "Mit fünf bis sechs Spielen mehr in den Beinen wird das in einem Monat ganz anders sein", beruhigte Lippi seinen Stürmer.