In einer überraschend einberufenen Fernsehansprache sagte US-Präsident George W. Bush: Falls sich Kongress und Regierung nicht "so schnell wie möglich" auf das vorgeschlagene 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket einigen könnten, drohe eine Rezession mit kaum absehbaren Folgen. "Unsere gesamte Wirtschaft ist in Gefahr, Millionen Amerikaner könnten ihren Arbeitsplatz verlieren. Zudem drohe Panik auf dem Finanzsektor.

"Ich bin ein starker Anhänger des freien Unternehmertums", sagte Bush weiter. Daher habe auch er zunächst Einwände gegen das staatliche Hilfsprogramm gehabt. "Aber derzeit herrschen keine normalen Bedingungen." Deshalb habe er sich für die geplanten Eingriffe der Zentralbank entschieden.

Zugleich lud Bush die beiden Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain heute zu einem Krisengespräch ins Weiße Haus ein. Ziel sei es, eine schnelle Verabschiedung des Rettungsplans zu erreichen. Wie der TV-Sender CNN meldete, haben beide Kandidaten bereits zugesagt, nach Washington zu kommen.

Nicht nur angesichts dieses Krisentreffens überschattet die Finanzkrise immer mehr den Präsidentschaftswahlkampf: Angesichts der ernsten Lage und der stockenden Beratungen über einen Rettungsplan unterbricht der republikanische US-Präsidentschaftskandidat McCain von heute an seinen Wahlkampf. Er werde sich persönlich in die Beratungen zwischen Kongress und Regierung einschalten.

"Lasst uns die Politik beiseite stellen", begründete McCain die Unterbrechung. "Es ist Zeit, dass beide Parteien zusammenkommen." Er verglich die derzeitige Finanzkrise mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Jetzt sei erneut Patriotismus und gemeinsames Zusammenrücken notwendig. Wie es heißt, will McCain "alle Parteiauftritte und TV-Werbespots" für die nächsten Tage aussetzen.