Nach Ausschreitungen linksautonomer Gegendemonstranten wurde die Veranstaltung verboten. "Die Sicherheit unserer Kölner geht vor", sagte ein Polizeisprecher. "Wir können jetzt nicht zusehen, wie ein paar hundert Besucher dieser Veranstaltung sehenden Auges in eine Schlägerei reinrennen."

Die Rechtsradikalen wollten sich auf Einladung der Wählervereinigung Pro Köln auf einem Platz in der Kölner Altstadt zu einer Kundgebung treffen, doch Linksautonome errichteten ringsherum Blockaden und griffen die Polizei an. Dadurch entstand eine so explosive Lage, dass die Polizei nach eigener Einschätzung nicht mehr für die Sicherheit der Rechtsradikalen garantieren konnte. Gleichzeitig demonstrierten etwa 5000 Bürger friedlich vor dem Kölner Dom.

Der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) äußerte sich erleichtert über das Verbot der Veranstaltung. "Es ist ein Sieg der Stadt Köln, ein Sieg der demokratischen Kräfte dieser Stadt", sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa . Das Treffen hätte sowieso nicht mehr viel dargestellt, da die von Pro Köln angekündigten prominenten Rechtspolitiker wie Jean-Marie le Pen aus Frankreich alle nicht aufgetaucht seien. "Andererseits bin ich doch traurig, dass einige Chaoten Polizisten angegriffen haben", sagte Schramma.

Linksautonome hatten die Polizei mit Steinen beworfen und versucht, ihnen die Pistolen zu entwenden. Die Polizei drängte die teils vermummten Angreifer mit Schlagstöcken und einer Reiterstaffel zurück. Ein von den Autonomen eingeschlossener Journalist habe von der Polizei befreit werden müssen, sagte ein Polizeisprecher. Es habe mehrere Festnahmen gegeben. Ein Polizist wurde im Gesicht verletzt.

Pro Köln wollte auf dem Heumarkt in der Kölner Altstadt ein Treffen mit bis zu 1500 Gleichgesinnten abhalten. Bis zum Mittag waren aber nur etwa 50 eingetroffen. Am Köln-Bonner Flughafen trafen nach Polizei-Angaben noch 100 bis 150 Sympathisanten von Pro Köln ein, fuhren aber auf Empfehlung der Polizei nicht weiter in die Innenstadt.

Die Polizei hoffte, dass sich die Lage nach dem Verbot des Treffens beruhigen und sich die Linksautonomen verstreuen würden. 5000 bis 6000 Gegendemonstranten versammelten sich am Mittag zu einem Popkonzert gegen Rechts in Hörweite des Platzes, wo das Rechtsradikalen-Treffen ursprünglich geplant gewesen war.