Der Ruf nach Freiheit ist das Letzte, was man heute von den Rechten hören kann. Doch das skandierte Wort verhallt auf einem gespenstisch leeren Heumarkt in Köln. Mario Borghezio von der Lega Nord, heutiger Stargast beim "Anti-Islamsierungskongress", wird von seinen Kameraden von der Bühne geleitet. "Hier hat heute der Totalitarismus gegen die Freiheit gesiegt", sagt der beleibte Italiener und formt  mit seinen Fingern energisch das Victory-Zeichen.

In der Hand hält er wie eine Bibel das islamkritische Buch von Oriana Fallaci "Die Kraft der Vernunft". Dann wird er aus Sicherheitsgründen in einen VW-Multivan der Polizei gesetzt, der mit ihm schließlich über die Deutzer Brücke davon braust.

Das Ende des von der Bürgerbewegung Pro Köln veranstalteten "Anti-Islamsierungskongresses" kommt am Samstag  ziemlich abrupt. Schon 45 Minuten nach Beginn erhält Manfred Rouhs die Nachricht von der Polizei, dass die Veranstaltung nun untersagt werden müsse. Gerade noch frohlockte der Fraktionsgeschäftsführer der Rechtspopulisten beim Anblick eines Flugzeugs, das  einen Pro-Köln-Banner über den Himmel zog, über die Lufthoheit seiner Bewegung und dem Mut des Piloten, der sich nicht habe einschüchtern lassen. Doch nun heißt es plötzlich seitens der Polizei, die weitere Durchführung des Kongresses sei nur mit einem massiven Aufgebot möglich.

Am Flughafen stecken zu diesem Zeitpunkt schon seit Stunden rund 150 Kongress-Teilnehmer von der FPÖ und Vlaams Belang fest. Doch laut Polizei hatte Pro Köln nicht bekannt gegeben, welche Route die Delegation zur Bühne in der Kölner Altstadt nehmen wolle. Eine Sicherheit könne so nicht mehr gewährleistet werden. Und so endet der Kongress, bevor er überhaupt richtig starten konnte um 12:45 Uhr.

Freilich wird in den nächsten Tagen trefflich über das Thema der Meinungsfreiheit in Deutschland diskutiert werden. Denn die Vertreter der Rechten sind überaus empört über das überraschende Verbot.

Rouhs spricht von einer Willkür des Staates, von Faschismus und kündigt Klage beim Verwaltungsgericht an. Sollte er dort Recht bekommen, wolle er den Kongress erneut durchziehen.