Das geht aus dem sogenannten Korruptionswahrnehmungsindex hervor, den die internationale nichtstaatliche Organisation Transparency International heute veröffentlicht. Danach schneiden Länder wie Somalia, Irak und Myanmar am schlechtesten ab. An der Spitze der Skala stehen Staaten wie Dänemark, Neuseeland und Schweden.

Deutliche Fortschritte bei der Korruptionsbekämpfung gab es der Organisation zufolge in Großbritannien, Norwegen und Bulgarien, aber auch in Albanien, Südkorea, der Türkei und Zypern. Deutschlands Position verbesserte sich leicht von Platz 16 auf 14. Verglichen mit anderen westeuropäischen Staaten liegt Deutschland damit im Mittelfeld.

Nach Angaben von Transparency sei die Korruption in vielen Ländern keinesfalls hausgemacht, sondern werde von außen verstärkt. Die Organisation appellierte an die exportierende Wirtschaft, auf Auslandsbestechung zu verzichten. "In den ärmsten Ländern kann das Ausmaß von Korruption den Ausschlag über Leben oder Tod geben, wenn es um Geld für sauberes Trinkwasser oder Krankenhäuser geht", sagte die Vorsitzende von Transparency International, Huguette Labelle. "Die nachhaltig hohe Korruption und Armut führen zu einem anhaltenden humanitären Desaster in vielen Ländern der Welt und dürfen nicht geduldet werden."

Die Organisation lobt in ihrem Bericht, dass nach dem Korruptionsskandal bei Siemens in den vergangenen zwei Jahren "erhöhte Anstrengungen" unternommen worden seien, um Bestechungen zu vermeiden. So würden zunehmend eigene Abteilungen aufgebaut, die sich der Vermeidung von schwarzen Kassen widmeten. Auch gebe es einen stärkeren Austausch zwischen Unternehmen und Experten. Schwächer sei der Willen zur Korruptionsbekämpfung hingegen im Mittelstand. "Der Funken der Korruptionsprävention muss hier stärker überspringen", sagte Sylvia Schenk, Vorsitzende von Transparency Deutschland.