Nachdem der mühsam ausgehandelte Kompromiss zum Rettungsplan der US-Finanzbranche gestern im Abgeordnetenhaus scheiterte, ist nur eines sicher: Keiner weiß, wie es weitergehen soll.

Präsident George W. Bush, Finanzminister Henry Paulson und die führenden Kongressabgeordneten waren sich so sicher, dass der Gesetzesentwurf die nötigen Stimmen bekommen würde, dass keiner einen Plan B parat hat.

"Wir müssen jetzt so schnell wie möglich weiterarbeiten. Das Gesetz ist zu wichtig, um es scheitern zu lassen", versicherte Paulson in einer schwammigen Erklärung am Montagabend. Dazu werde er alle Werkzeuge nutzen, die greifbar seien. Welche das sein könnten, sagte er nicht.

Auch die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, sagte lediglich: "Die Gesprächskanäle bleiben weiter offen."

Einige Republikaner hatten Pelosi für das Scheitern des Gesetzesentwurfs verantwortlich gemacht. Die Sprecherin hatte kurz vor der Abstimmung gesagt, die 700 Milliarden seien eine "erschütternde Zahl, aber sie zeigt uns die Kosten, die die Bush-Regierung durch ihre verfehlte Wirtschaftspolitik verursacht hat." Damit hat sie einige Republikaner offenbar provoziert.

Doch während die Politiker versprechen, sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen, werden auch Rufe nach anderen Schritten laut.