Der Essener Handels- und Tourismuskonzern Arcandor ist wegen seiner Informationspolitik ins Visier der Finanzaufsicht geraten.

"Wir schauen uns das an, sowohl unter Ad-hoc-Gesichtspunkten als auch den Handelsverlauf der vergangenen Tage", sagte eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) am Freitag in Bonn. Derzeit sei jedoch noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob eine Untersuchung eingeleitet werde.

Ein Unternehmenssprecher in Essen wollte dazu keinen Kommentar abgeben.

Die Aktie des Handels- und Touristikkonzerns hatte in den vergangen zwei Tagen eine rasante Berg- und Talfahrt absolviert.

Am Mittwochvormittag hatte Arcandor verkündet, sich mit den Gläubigerbanken über dringend benötigte Kredite geeinigt zu haben. Spekulationen, wonach die Banken als Pfand Anteile der Tochter Thomas Cook verlangen, wurden vom Konzern dementiert. Die Aktie schoss daraufhin um zeitweise 20 Prozent in die Höhe.

Am gleichen Tag nach Börsenschluss veröffentlichte Arcandor dann eine Mitteilung (Ad-hoc) und stellte klar, dass im Zusammenhang mit der Bankeneinigung die Holding-Struktur überprüft werde. Dies könne auch bedeuten, dass die Beteiligungen an Karstadt und Thomas Cook reduziert werden.