Das erfuhr ZEIT ONLINE aus Finanzkreisen. Zu den Banken, die sich an der Rettung der Hypo Real Estate beteiligen, zählen die Deutsche Bank, die Commerzbank, die HypoVereinsbank und die Postbank. Alle vier Banken stellen Notfallkredite zur Verfügung und treten zugleich haftend auf. Die DekaBank und Bayern LB, die ebenfalls am Rettungsplan mitwirken, geben lediglich Kredite. Möglicherweise tragen weitere Institute einen Teil der Lasten. Die DekaBank hat eine Beteiligung an der Notaktion allerdings mittlerweile dementiert.

Um die Hypo Real Estate vor einer Pleite zu bewahren, stellen Banken und Bund Notfallkredite in Höhe von 35 Milliarden Euro zur Verfügung. An dieser Bürgschaft beteiligt sich der Bund mit 26,6 Milliarden Euro. Die Hypo Real Estate war unter anderem durch Geschäfte ihrer irischen Tochter Depfa in Schieflage geraten.

Bund und Banken streben nun einen radikalen Umbau des Instituts an. Die Töchter der Bank und deren Vermögenswerte sollen verkauft werden, heißt es in einem Schreiben von Bundesbank und der Finanzaufsicht BaFin. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sprach erneut von einer geordneten "Abwicklung" des Unternehmens. Ob das Institut langfristig überleben kann, blieb unklar.

Im Rahmen der Hilfsaktion durch Bund und Banken musste die Hypo Real Estate zusichern, sich von Finanzierungen im Wert von rund 50 Milliarden Euro zu trennen. Das Institut gehört mit einer Bilanzsumme von rund 400 Milliarden Euro zu den größten Finanzkonzernen in Deutschland und ist auf große Finanzierungsprojekte wie Bürogebäude, Hotels oder Flughäfen spezialisiert.

In einem ersten Schritt gewährt die deutsche Finanzwirtschaft der HRE-Holding einen vorläufigen Kredit von 15 Milliarden Euro, der kurzfristig die Liquidität der Gruppe gewährleisten soll. Für den Kredit werden Sicherheiten - Forderungen und Wertpapiere - gewährt, die einen Nominalwert von gut 42 Milliarden Euro aufweisen. Der aktuelle Marktwert beziehungsweise Beleihungswert liegt den Angaben zu Folge mit 15 Milliarden Euro darunter. Außerdem werden laut Bundesbank und BaFin die Aktien der vier Banktöchter der HRE-Holding zur Sicherheit an die Kreditgeber abgetreten.

In einem zweiten Schritt gewährt eine von den Banken getragene Zweckgesellschaft einen Kredit, der die Zahlungsfähigkeit der Gruppe bis weit in das Jahr 2009 sichern soll. Das Geld kommt von der Notenbank. Die Zweckgesellschaft übernehme die Anschlussfinanzierung und bekomme daher auch die als Sicherheit dienenden Wertpapiere in Höhe von 42 Milliarden Euro. Darüber hinaus werden die abgetretenen Aktien der vier Bank-Töchter der HRE-Holding auf die Zweckgesellschaft übertragen.